Wohin der Wind sie weht…

Ist es nicht erstaunlich, welches Schauspiel sich einem bietet, wenn man den Naturgewalten zusieht? Eben noch ist Alles sicher und ruhig, dann kommt Wind auf. Die ersten zarten Zweige und Blätter wenden sich und weichen dem Druck. Der Wind nimmt zu und ich kann die Kraft darin erahnen. Wäre das schön, diese Kraft nutzen zu können. Ich habe es noch nicht zu Ende gedacht, da geht unsere Regierung – wie gewohnt – mit Energie und visionärer Kraft voran. Sie lässt ich einfach vom Wind treiben! Wie einfach das Prinzip ist. Warum bin ich nicht schon eher darauf gekommen. Weiche dem Druck, lass ab von Deinen Prinzipien, reite keine „toten Pferde“, wirf die Konventionen über Bord, brich mit Deinen Vertrauten, schlage die Hand, welche Dich füttert, wende Deinen Hals, widersprich Dir selbst, sei ganz Du selbst, sei ganz Politiker.

Nicht, das mir die neue Richtung in der Energiepolitik nicht gefiele, aber ich kann meine Angst einfach nicht unterdrücken. Wie das jetzt ging, wo das uns jetzt hinführt, wer jetzt das Sagen hat. Ich kann es mir nicht mehr vorstellen. Es fehlt an jeder fundierten Analyse, es gibt keinen Plan und schon gar keinen Masterplan mehr. Und dies gilt nicht nur in der Energiepolitik. Es gibt kein Thema mehr, in welchem nicht sinnlos, maßlos, ziellos (wenn man von der Gewinnmaximierung mal absieht), verantwortungslos herumgedoktert (schönen Gruß an dieser Stelle an KT) wird. Nix ist fix. Alleine das Wort „Reform“ lässt mich erschaudern. Wer eigentlich regiert, das ist ja mittlerweile klar. Geld regiert die Welt! Aber ist es das, was wir brauchen? Ob Pharmakonzerne, Energiekonzerne, Medienkonzerne, Lebensmittelkonzerne, Chemieriesen, Autogiganten, Banken, Versicherungen, und all die anderen Wichtigen und Wichtigtuer. Sie alle haben eines gemeinsam – sie verpflichten sich nur dem Gewinn. Ist es aber nicht unsere Aufgabe, auch noch ein paar Lebensplätze für unsere Nachkommen zu erhalten, die Welt einen Tick besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben, die anderen Lebewesen in Ihren Rechten auf diesem Planeten mit in unsere Pläne einzubeziehen (und zwar nicht nur als Steak oder Biodiesel)?

Was man tun kann? Darauf gibt es soviele Antworten, dass ich lange gebraucht habe, um exemplarisch eine auszusuchen. Dabei ist die Antwort sehr einfach: Weniger kaufen, weniger verbrauchen, gezielter Handeln! Sofort! Nicht morgen, jetzt!

Alle Konzerne haben eine Schwachstelle: sie leben vom Konsum. Sie folgen blind und taub den Umsatzzahlen. Hier müssen wir Verbraucher unsere Chance sehen. Eine Woche Boykott (siehe mal E10…) und schon klingeln in den Konzernzentralen die roten Telefone.  Folgen wir alle der Regel „10% weniger“ und die Welt sieht in in wenigen Wochen schon viel besser aus.

Nur ein Beispiel: 10% weniger Fleischkonsum wäre kein wirkliches Problem für niemanden in Deutschland. Ergebnis: es wäre gesund, wirkt gewichtsreduzierend, energiesparend, CO² mindernd, tierschutzrelevant, etc. Das eingesparte Geld geben wir für bessere Qualität (z.B. regionalen Bezug der Ware, bessere Tierhaltung, etc.) des verbleibenden Fleischkonsums aus und lösen damit sofort eine zweite Welle der Verbesserung aus. Und so weiter. Das ist eine Reform, die sofort Erfolg zeigt. Das persönliches Ego wächst, die Gesundheit profitiert, die örtlichen Versorger profitieren, die Umwelt profitiert und die Tiere leiden weniger. Gut – der Profit einiger Milliardäre wird schrumpfen, aber ich denke, das wird zu verkraften sein. Das ist eine Reform, die wirklich Spaß macht. Man kann aber natürlich auch warten, bis der Wind die Politik dorthin weht, wohin man sie haben möchte. Aber das heißt: Warten – und warten –  und warten – und warten – und warten – und warten – und warten…

Eine Antwort auf „Wohin der Wind sie weht…“

  1. Erstaunlich, das Thema „Verzicht“ scheint vorösterlich in der Luft zu liegen und manchen Gedanken in die gleiche Richtung anzustoßen. Ich greife darin nur Deinen letzten Absatz auf: Ich habe dies Wochenende auch mal kurz überschlagen, was ein „kleiner Verzicht“ auf Fleisch (an einem Tag je Woche) in der Summe bewirken kann: Ziemlich viel! Ich habe eine solche Beispielrechnung auf meiner Seite angeführt, und es ist ganz anschaulich geworden, auch für einen bekennenden Fleischesser wie mich. (Ein-, zweimal die Woche.)

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