Jeder das, was er verdient

Wulff sollte Bundespräsident bleiben. Nicht, weil er meiner Meinung nach einen so guten Job macht oder es keinen besseren gäbe. Nicht, weil ich ein Anhänger der Ein-Parteienlandschaft bin, wo Regierungspartei – Kanzler(in) – Bundespräsident – oberster Gerichtshof – relevante Stellen in der EU – relevante Stellen in allen Schaltstellen – etc. derselben Partei angehören sollen. Nicht, weil ich die Pressefreiheit abschaffen möchte.
Sondern, weil hier der Springerverlag mit seinen Medien, der „Bild“, „Die Welt“, „B.Z.“, „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ etc. versucht, ein Exempel zu statuieren. So, wie sie sich selbstgerecht (und manchmal leider zu recht) als Kanzler-Macher verstehen, so möchten sie sich jetzt auch als letzte Instanz sehen, wenn es um Hop oder Top von Politikern geht – egal an welcher Stelle des Imperiums. Das sollte so nicht durchgehen.
Aber – und der Grund ist mir eigentlich noch wichtiger: Jeder bekommt, was er verdient.
Wir alle wählen – mehr oder weniger – unablässig und immer wieder Politiker aller Farben, obwohl wir wissen, dass sie von Lobbyisten regelrecht erlegt werden, obwohl wir wissen, das Geld und Macht Einfluss nehmen, wo immer es nur geht. Obwohl wir wissen, dass Deutschland in allen Bereichen nur noch minimal wirklich vom „Volkes Willen“ regiert wird. Obwohl wir wissen, dass die Politiker in extrem vielen Fällen für das „Geld“ entscheiden und nicht für das Wohl des Volkes, ja manchmal sogar bewusst und regelrecht gegen die Interessen des Volkes. Wer wäre da ein besserer Bundespräsident, als einer, der alle diese Spielarten des – ich nenne es mal – „legalen Betruges“ kennt und nutzt? Muss nicht vornedran jemand stehen, der das System bis in die letzte Ecke kennt? Wer sollte es denn sonst sein? Ein / Eine Unbescholtener / Unbescholtene ? Wer kann das sein? Und wie lange würde er / sie das aus- oder durchhalten? Jeder hat das, was er verdient…