Kann ein Hosenanzug den Charakter verderben?

Diese Frage kann man mit einem deutlichen „Ja“ beantworten – sofern ein Charakter vorhanden ist, welcher noch nicht den Bodensatz erreicht hat. Was will man noch verderben, wenn schon alles verdorben ist. Dennoch wirft diese Frage Fragen auf. Bei manchen Menschen spielt die Kleidung ja scheinbar gar keine Rolle. Denkt man hier z.B. an Ghandi. Der konnte auch im Lendenschurz Millionen Menschen überzeugen und tut es auch nach seinem Tot heute noch. Kaum jemand zweifelt an seinen guten Absichten und an seiner positiven Wirkung. Da kann einfach kein Hosenanzug mithalten.

Dennoch hat auch so ein Hosenanzug seine guten Seiten. Er verdeckt einfach vieles. In Zeiten wie unseren will man ja auch nicht mehr alles sehen. Es gibt einfach zu viel Leid,als das man es noch ertragen könnte.  Da wäre zwar Mutti im Lendenschurz keine übermenschliche Belastung, aber – nein! Außerdem hat so einen Hosenanzug wesentlich mehr Taschen als ein Lendenschurz, was ein wesentlicher Vorteil ist, wenn man moderner Politker(in) ist. Das Leben ist heute nicht mehr so einfach wie zu Ghandis Zeiten. Mutti kann nicht so einfach in den Hungerstreik treten (obwohl – na lassen wir das). Wenn man in Arabien dringend Panzer braucht um gegen den Pöbel ein wenig etwas zu unternehmen, muss man einfach handeln. Die Dinger müssen unters Volk. Bei uns wegen des Aufschwungs und in Arabien wegen der Menschenrechte. Das ist schwer zu erklären, aber – je nachdem, wer es erklärt – hat das ja auch was. Auch ein Scheich ist nur ein Mnesch. Es ist ja nicht so wie in Libyen. Dort ist der Fall ja wesentlich klarer – jetzt wieder oder noch nicht ganz, oder – ist ja eigentlich auch egal. Hauptsache das Öl läuft. Und das man mal seine Meinung ändert, ist ja nun auch nichts besonderes mehr. Das ist ja quasi schon Politprogramm. Und wenn es mal anders kommt – wir kennen ja die Schwachstellen unserer Panzer: der Spritverbrauch und die erhöhten Abgaswerte – also nichts wie weg damit!

Aber zurück zu den Taschen im Hosenanzug: Da kann man einiges verschwinden lassen. Man kann „es“ von einer Tasche in die andere transferieren, man kann sogar andere in die Tasche stecken oder sich die Taschen füllen! Wie, bitte schön, soll das im Lendenschurz gehen? Unsere Politikerinnen wissen schon, was sie tun. Auch wenn es derzeit nicht so aussieht. Ich bin sicher: das werden wir dann schon verstehen, wenn es zu spät ist. Und in diesem Fall ist ein Lendenschurz dann auch keine Lösung mehr – wir sind ja schon gestraft genug.

Aber sicher

Wir haben ja schon in der Schule gelernt, dass vielfaches Wiederholen sicher macht. Auch bei der Bundeswehr geht man nach ähnlichen Schemata vor. Wiederholung der Abläufe schafft Sicherheit. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob Mutti dies als Grundlage Ihrer Politik einsetzt und deshalb so oft wiederholt, dass Atomkraftwerke in Deutschland (Deutschland! Das wird hier nochmals und wiederholt hervorgehoben!) sicher sind. Falls diese Grundlagen aber richtig sind, sind unsere Atomkraftwerke (also diejenigen in Deutschland) absolut sicher. Jetzt ist man sich bei der Union nicht mehr sicher, wie das mit den anstehenden Wahlen ausgehen wird (während die deutschen Atomkraftwerke sicher sind!). Um hier sicher zu gehen, setzt man die Laufzeitverlängerung 3 Monate aus. Wie das geht, da bin ich mit nicht ganz sicher. Schaltet man die jetzt mal eben ab (einfach „Reset“ drücken. Wir Technikfreaks kennen das ja…absolut sicher) oder brauchen unsere Spitzenkräfte 3 Monate, um ganz sicher zum sicherlich gleichen Ergebnis wie heute zu kommen (Atomkraftwerke in Deutschland – in Deutschland – sind sicher!)? Sicher wäre dies ein guter Weg um dem geschätzten Wähler (man schätzt 2% könnten wegen diesem Atomgedöns tatsächlich der CDU in Baden Würtemberg die Stimme verweigern. Upps, das sind ja mit den 2% wegen Stuttgart 21 schon…Moment. Ohh –  ich verstehe nur Bahnhof), also um dem geschätzten Wähler die Sicherheit zurückzugeben, die man in der Partei so dringend braucht. Sichere Mehrheiten. Ohne Mehrheit sicher keine Laufzeitverlängerung, ohne Laufzeitverlängerung sicher kein Geld von den Stromern, ohne Geld sicher keine Werbung, ohne Werbung sicher keine Mehrheiten. Das ist sicher unangenehm! Wir nutzen die Pause für eine kleine Information: „Deutschland ist sicher!“ Ähh quatsch: „Die Atomkraftwerksbetreiber verdienen sicher!“ Oder war es: „Wir verdienen sicher nichts Anderes als Atomkraft!“? Und wenn was passiert – wir können sicher sein, dass es keiner war! Das ist dich schon mal was. Menschen brauchen einfach Sicherheit. Sicherlich spielen ja auch viele Atomkraftbefürworter Lotto. Da ist Ihnen das kleine „Restrisiko“ kein Hindernis (beim Lotto heißt das übrigens „Chance“!).  Beim Lotto gewinnt ja auch immer einer. Ich allerdings zahle meist – wie die meisten. Bei den AKWs wird das aber sicher (denn Atomkraft ist sicher! In Deutschland!), also ganz sicher, wird das da anders sein. Da bin ich mir jetzt mal ganz sicher. Irgendwann – da kriegen wir Zahler den Jackpot. Da wird richtig ausgezahlt. Das nennt sich dann nur etwas anders. Fallout oder so. Aber das ist sicher!

Was Vati kann…

Was Vatikan, das kann auch Mutti – nämlich einfach nichts tun, still sein, still halten, nicht mal „kein Kommentar“, sondern einfach nichts. Nicht, dass es keine Themen gäbe, zu denen man sich diese Stille wünschen würde, aber in Nordafrika passiert im Moment das, was Frau Merkel mal mit den Ereignissen in unserem Osten verglichen hat. Dabei hatte sie am 22.Februar noch lauthals „…Libyen bei weiterer Gewalt gegen die eigene Bevölkerung mit Sanktionen gedroht…. Sonst werde Deutschland sich dafür einsetzen, dass die internationale Gemeinschaft alle Möglichkeiten nutzt, Druck auszuüben – einschließlich Sanktionen…“ . Tja – blöd – jetzt hört der Typ nicht auf, seine Bürger zu dezimieren. Und die vereinten Streitkräfte sitzen auf Ihren Flugzeugträgern mit Opernglas und  Popcorn sozusagen in der ersten Reihe. Da – Frau Merkel – da sollte  man doch zu seinem Wort stehen und zumindest mal Druck auf die UNO machen, das hier was weiter geht. Sie müssen ja nicht selber hin (das wäre aber sicherlich ein einschlagender Erfolg im wahrsten Sinne :o). Im ersten Schritt könnte man ja  mal ein Waffenembargo umsetzen und nicht nur androhen. Vielleicht fällt den Regierungsmitgliedern in Berlin, die sich heute (Aschermittwoch) nicht beim „größten Stammtisch“ der Welt lächerlich machen (mein Gott, muss man sich da schämen), noch die eine oder andere kreative Lösung für dieses Problem ein (Jaaa – ich weiß – eine echte Schnapsidee. Entschuldigung. Man wird ja noch träumen dürfen) .

Und Vati? Das Schweigen im Walde ist ein Orkan dagegen. Gut – er hat ja am 1. Januar 2011 schon was zum Frieden gesagt und dabei auch deutlich gemacht, das die Regierungen tätig werden sollen, wenn es um die Glaubensfreiheit der Christen im nahen Osten geht. In Libyen gibt es aber kaum Christen. Liegt es daran? Oder hofft Vati auf neue, bald ziemlich leere Missionsgebiete im Süden zur Errichtung einer Enklave auf afrikanischem Gebiet (z.B. für seine ungeliebten  Brüder. Nein nicht die! Die Anderen – ja, die Piusbrüder). Oder ist wieder ein neues Buch in Arbeit? Das letzte Stück über „Kondome für schwule Pfarrer auf dem Strich“ oder so ähnlich, war ja ein echter Hingucker. Und  man muss verstehen, das der Vatikan eher für ewige Zeiträume zuständig ist und auch beinahe genau solange benötigt, um zu einem Statement zu kommen. Ob eine Ansprache vom Balkon was nützen würde, ist ja auch nicht bewiesen. Es kann ja auch nicht jeder Genscher heißen und vom Balkon aus das Ende der Reisebeschränkungen und damit die Freiheit ausrufen (da wären die Balkone aber voll). Also: warum Ressourcen verschwenden. Auch geht mit Beginn der Fastenzeit ja der große Verzicht einher. Wie von der Kirche stets betont wird, ein Verzicht, der wehtun soll. Da fallen klare Entscheidungen und Meinungsäußerungen schon schwer. Also liebe Geistliche: Jetzt gilt es.  40 Tage ohne …   Zumindest ohne Kommentar. Über den Rest schweige jetzt mal ich…