Der See ist gerettet

geplante Einfahrt für Scuba-TraktorenWie es in den neuesten Verlautbarungen des bayerischen Ministeriums für Seekultur heißt, wurde auf Betreiben des bayerischen Ministrantenpräsidenten Seekofer die aktuelle Diskussion um die Wasserqualität des Waginger Sees neu entfacht. In Zusammenarbeit mit dem Institut für „Seen und Geseenwerden“ in Seeshaupt (oder Seekirchen?) wurde eine neue Konzeption entwickelt, in der es gelungen ist, die Interessen der Seeanlieger, der Landwirte und der Industrie übereinstimmend positiv zu vereinigen. Nicht nur wurde hier der große Wurf für die Lösung der anstehenden Seewasserqualitäts-Probleme gefunden. Nein, auch ein neuer Weg! Ein Weg mit ökologischer Basis zur Erweiterung der landwirtschaftlichen Nutzflächen wurde hier beschritten.
Realität ist derzeit, dass die erhöhten Einträge der Nährstoffe in das Oberflächenwasser und damit in den See zu vermehrtem Wachstum der Pflanzenwelt im See führen. Hierdurch kam und kommt es zur verstärkten Bildung von Algen und Pflanzen, welche die Qualität des Wassers mindern. Ab 2015 würde der See – aufgrund der europäischen Seenverordnung – als Badegewässer deshalb nicht mehr in Frage kommen.
Für den See gibt es derzeit – laut bayerischer Gemeindeverwaltung – keine andere Verwendung und eine generelle Entsorgung des Wassers und eine Umwidmung in Verkehrsflächen würde derzeit das Budget sprengen. Selbst Landkreis Lieblings-Minister MdB Ramsbauer konnte vor der nächsten Wahlperiode keinen Bedarf für einen Autohof oder dergleichen seen.
Gleichzeitig sucht die bayerische Landwirtschaft dringend – im wahrsten Sinn des Wortes – Beschäftigungsfelder, da der Anbau von Mais keine ausreichende Beschäftigung mehr bietet. Die bayerische Landwirtschafts-Berufsgenossenschaft BLBG warnt deshalb schon seit Jahren vor psychologischen Spätfolgen und seelischer Verarmung ihrer Mitglieder.
Die Lösung all dieser Probleme steht nun kurz bevor. Schon Ende 2012 sollen im Waginger See die ersten Exemplare der „Stellers“ Seekuh angesiedelt werden. Diese Seekuhart war kurz nach Ihrer Entdeckung, zur Jahrhundertwende, ausgestorben und bevölkerte früher die polaren Gewässer des Beringmeeres. Das „Seen und Geseenwerden Institut“ züchtete nun die ersten Nachkommen aus genetischen Funden wieder nach und stellt die Jungkühe nun kostenlos zur Verfügung. Seekühe ernähren sich vorwiegend pflanzlich, ihre Nahrung besteht aus Algen und anderen Wasserpflanzen. Sie brauchen etwa 90 Kilogramm pflanzliche Nahrung an einem Tag und sind im Schnitt täglich sechs bis acht Stunden mit Fressen beschäftigt.
Nach ersten Verlautbarungen sollen Landwirte, welche sich für das Projekt interessieren (hierzu bitte, wie gewohnt, die Anträge beim BLBG anfordern, in dreifacher Ausfertigung nach Brüssel schicken und entsprechend die begleitenden Kurse zur fachgerechten Ausfüllung der Formulare buchen und belegen), mit Fördergeldern der EU, welche aus dem Budget der Mutterschutzprogramme für Emigranten in den Gebieten der ehemaligen Ostzone abgezogen werden, gefördert werden.
Gedacht ist an eine umfassende Beweidung des Seegrunds durch die Seekühe. Weide-Parzellen im See werden nach Planquadraten vom Minister für Seekultur vergeben und den Landwirten zugeteilt. Das Ziehen der Zäune unter Wasser übernimmt die neu gegründete Abteilung des Maschinenrings (Aquanautic), welche sich hierzu bereits die mit Spezialtarifen im Steuerrecht ausgestatteten Scuba-Traktoren angeschafft hat (Tauchtiefe 45 Meter, 650 PS, Klima, Radio, Bordcomputer,…).
Auch die letzten kleinen Probleme sollen schon bald gelöst sein:
– So konnte bisher noch kein Schlachter gefunden werden, der die Kühe im Taucheranzug in seinen Bootsanhänger treiben kann
– die heimischen Landwirte (bald „Seewirte“) wollen sich nicht von Ihren gewohnten elektrifizierten Stacheldrähten trennen, auch wenn dies – leitungsmassig – zu Problemen mit den Badegästen führen könnte. Originalton „Des hamma aber oiwei scho so gmacht“
2013 schon werden – so die Pressestelle des Ministeriums für Seekultur – an die 250 Seekühe den Waginger See beweiden und so – neben der Vernichtung überschüssigen Pflanzenwachstums – für bestes Fleisch sorgen. Die Seewirte werden ihr Einkommen haben und die Tourismusindustrie jubelt bereits. „Cow-Watching am Waginger See“ wird der Renner unter den Attraktionen sein. Hier feilt man schon an Konzepten wie z.B. der, vom Burschenverband in Trachtenanzügen geruderten Aussichts-Galeere mit Catering (Schuhbecks feine See-Burger – aus Seekuhfleisch natürlich). Eine Win-Win-Win Situation für (fast) alle.

Dank unserer Volkspartei – Dank der SeeSU