Schildbuerger

Seit Jahren sind unsere Politiker auf allen Ebenen bemüht, uns Verkehrsteilnehmer das Leben zu verschönern. An allen möglichen und unmöglichen Stellen werden Hinweistafeln, Schilder und Informationen aufgebaut, um uns die Fahrt auf Deutschlands Strassen etwas kurzweiliger zu gestalten. Da das Fahren an sich ja nicht mehr besonders lustig ist und auch eine Überlandfahrt aufgrund der zunehmenden Monotonisierung der Landschaft (es lebe der Mais) und Gleichförmigkeit der Städte und Dörfer (ALBI und H&N sehen eben überall gleich aus) mehr als öde ist, gibt es jetzt Unterhaltung am Straßenrand. Nachdem bereits an jeder Strasse alle 500 Meter ein neues Schild aufgestellt wurde (nennt sich Stationstafel und ist eine Frucht der ernsthaften Bemühungen zur Lichtung des Schilderwaldes), weiß jetzt jeder genau wo er gerade ist (sofern man mit den Bezeichnungen der Strassen ersten, zweiten und dritten Grades vertraut ist). Schade nur, dass diese Bemühungen etwas lange gedauert haben, denn Strassenmeistereien und viele Autofahrer haben inzwischen Navigationsgeräte und niemand benötigt ernsthaft diese Schildchen, die mit deutscher Gründlichkeit konsequent überall einbetoniert wurden (bei uns auch direkt neben der Kirche – waren eben 500 Meter!). Herr Ramsauer – seines Zeichens Verkehrsminister – hat eben mal in Bayern die schönen, bunten Autobahnwarnschilder aufbauen lassen, welche seine Kollegen in Österreich gerade wieder – wegen Erfolglosigkeit –  in Frage stellen. Aber natürlich, wer hört schon auf Österreicher, wenn es nicht gerade Mozart ist. Schilder sind aber dennoch weiterhin nötig, um das Volk bei Laune zu halten. Richtig ins Zeug legt man sich in Städten, wo man wirklich jeden Platz nutzt um für Abwechslung zu sorgen. Hinweise überall! Aber auch die neuen Rätselspiele kommen unheimlich gut an, wie hier geblogt oder diese Endlosschleife. Da bleibt am Schluss nur der Tipp: Geniesse es oder nimm es mit Humor.