Papa ante portas

Papa ante portas…

(ein etwas älterer Beitrag zum Papstbesuch von Papst Benedikt XVI in Deutschland im Jahre 2005 )

Da bekommt es nun schon fast mit der Angst zu tun. Der Papst kommt. Was wird er sagen? Ist ab Morgen der Weg in die Hölle wieder geöffnet für alle, die in der Fastenzeit Fleisch essen? Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe und wann werden die ersten Hexen verbrannt (diesmal aber mit Katalysator, wegen der Klimaerwärmung)? In vielen Fällen rudert der Stellvertreter Gottes das Kirchenschiff ja in völliger Unfehlbarkeit zurück. Weg mit den Kondomen (die verschlimmern das Aidsproblem nur)! Weg mit Frauen an entscheidenden Positionen in der Kirche – na ja – sie dürfen ja Putzen und Kochen- das sollte genügen. Her mit stockkonservativen Verbindungen. Ein paar schwierige Fälle kann man ja unter den Teppich kehren (im Vatikan liegen gewaltige Teppiche!) oder einfach ignorieren. Die Ökumene ist genauso lästig wie alles was mit “Öko” anfängt – Ökonomie mal ausgenommen. Denn Geld macht glücklich. Deshalb schimpft man im Vatikan ein wenig mit den Aktienhändlern und Bankern – aber die Vatikan- und Kirchenbanken mischen gleichzeitig im ganz großen Stil mit. Insidertipp: Aktien von Rüstungsbetrieben sind derzeit sehr gewinnversprechend.

Gut, das in Bayern die Pfarrer, Bischöfe, etc. noch vom Steuerzahler bezahlt werden. Da haben die es dann bei der Umstellung auf ein neues Kirchenfürstentum (halt so wie damals) nicht schwer. Manchmal zahlt sich das Festhalten an alten Traditionen doch aus, nicht wahr?