Ach so…

(Älterer Beitrag – von 2009 – aber irgendwie ja immer aktuell)

ACHTUNG: Sie sind Vorstand oder Aufsichtsrat von irgendwas? Dann berechnet sich Ihr Gehalt nun nach den neuen Richtlinien: das Durchschnittsgehalt Ihrer Firma (ohne Vorstand, Aufsichtsrat, etc. – also ohne alle, die nichts Reales produzieren) mal die Zahl der Angestellten (da kann man auch mal großzügig sein und die Praktikanten, Auszubildenden, Wachhunde, etc. mit hinzuzählen) ergibt Ihr neues Bruttogehalt. Bitte machen Sie sich keine großen Sorgen. Die Verantwortung nimmt im selben Maße ab, wie die Auszahlung zu nimmt. Brutto ist in Ihrer Verdienstklasse  (Merke: wer viel verdient, hat sich in Deutschland schon genug verdient gemacht!)  gleich Netto! Um auch im Alter nicht unter zu starker psychischer Last zu leiden, greift bei Ihnen das neue Rentenprogramm: je größer die Probleme, welche Sie hinterlassen, um so eher dürfen Sie in den wohl verdienten Ruhestand gehen – natürlich unter Beibehaltung sämtlicher Be- und Vorzüge. Um das Leid der so  entstehenden vielen Frührentner zu mildern, können diese sich die Rente auch en gros ausbezahlen lassen (was sich empfiehlt, solange noch was da ist!). Das System ist ein nahezu perfektes “Perpetuum Mobile”, da die Bezüge und Renten der Vorstände von den Aufsichtsräten festgelegt wird (in diesen Gremien sitzen auch viele Politiker, was politischen Problemen etwas vorbeugt, die ja nur Zeit und Geld kosten würden). Die Bezüge der Aufsichtsräte setzen dann die (dankbaren ) Vorstandsmitglieder fest. Nun müssen Sie noch ein Steuermodell finden, mit dem das verdiente Geld an der Steuer vorbeigebracht, also umgeleitet wird. Aber auch das ist jetzt kein so richtiges Problem mehr – seit der Globalisierung  gibt es immer ein Land, welches sich auf Ihr Geld freut (und Sie dann im Gegenzug ertragen wird). Und wenn’ s mal schief geht – Milde ist vorprogrammiert: Dann zahlt man eben zwischen 1 und 10% zurück – das hat man bis dahin schon durch die Zinsen eingespielt.

Nun fragen Sie sich: wie kann man da mitmachen? Wo kann man sich bewerben? Tja: entweder reinwählen lassen oder reingeboren werden (das reinwaschen geht dann von selbst). Das zweite ist stets empfehlenswerter. Die Gentechnik wird dies in Zukunft gegen ein kleines Bonusprogramm (Bonus – klar oder?) möglich machen. Dann muss man nicht so tun, als hätte man was zu tun – oder besser nichts damit zu tun…

Papa ante portas

Papa ante portas…

(ein etwas älterer Beitrag zum Papstbesuch von Papst Benedikt XVI in Deutschland im Jahre 2005 )

Da bekommt es nun schon fast mit der Angst zu tun. Der Papst kommt. Was wird er sagen? Ist ab Morgen der Weg in die Hölle wieder geöffnet für alle, die in der Fastenzeit Fleisch essen? Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe und wann werden die ersten Hexen verbrannt (diesmal aber mit Katalysator, wegen der Klimaerwärmung)? In vielen Fällen rudert der Stellvertreter Gottes das Kirchenschiff ja in völliger Unfehlbarkeit zurück. Weg mit den Kondomen (die verschlimmern das Aidsproblem nur)! Weg mit Frauen an entscheidenden Positionen in der Kirche – na ja – sie dürfen ja Putzen und Kochen- das sollte genügen. Her mit stockkonservativen Verbindungen. Ein paar schwierige Fälle kann man ja unter den Teppich kehren (im Vatikan liegen gewaltige Teppiche!) oder einfach ignorieren. Die Ökumene ist genauso lästig wie alles was mit “Öko” anfängt – Ökonomie mal ausgenommen. Denn Geld macht glücklich. Deshalb schimpft man im Vatikan ein wenig mit den Aktienhändlern und Bankern – aber die Vatikan- und Kirchenbanken mischen gleichzeitig im ganz großen Stil mit. Insidertipp: Aktien von Rüstungsbetrieben sind derzeit sehr gewinnversprechend.

Gut, das in Bayern die Pfarrer, Bischöfe, etc. noch vom Steuerzahler bezahlt werden. Da haben die es dann bei der Umstellung auf ein neues Kirchenfürstentum (halt so wie damals) nicht schwer. Manchmal zahlt sich das Festhalten an alten Traditionen doch aus, nicht wahr?

Glauben – ein sehr umfassendes Thema

Glauben heißt: „Nichts wissen!“

Dieses alt, immer noch gültige Sprichwort könnte genauso als Überschrift über diesem Kapitel stehen, wie die philosophische Weisheit: „Ich weiß (nur), dass ich nichts weiß.“

Aus dieser Unwissenheit und dem Bewusstsein des Unvollkommenen heraus schreibe ich meine Sicht der Dinge.

Ohne den Anspruch des Wissenden, ohne den Anspruch des „Besseren“, denn sonst könnte ich ja gleich die Texte einer Kirche, einer Religion für mich einsetzen.