Wort zum Sonntag – und nicht nur

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Herr Sonnleitner, Präsident des deutschen Bauernverbandes: „Ich bin ein Christenmensch, für uns sind Tiere Geschöpfe Gottes. Ich habe dafür gekämpft, dass der Tierschutz Verfassungsrang bekommen hat.“ Auch Herr Sonnleitner hat gesagt (ich kann es nicht wörtlich wiedergeben, aber sinngemäß war das so): Hühner sind gesellige Wesen und lieben die Gesellschaft!

Das ist so sicher richtig, aber der Zusammenhang war die Frage nach seiner Einstellung zur Hühnerhaltung gemäß den gesetzlichen Vorgaben.  Hierbei gilt: Auf einem Quadratmeter Stallboden (100 x 100 cm!) erlaubt der Gesetzgeber die Produktion von 42 Kilogramm Fleisch – was etwa 22 bis 23 (!!) Tieren entspricht. Da muss man aber schon sehr „gesellig“ sein, Herr Sonnleitner.

Immer noch behaupten die Industriebauern, sie müssten so „produzieren“ um die Nachfrage in Deutschland zu decken. Tatsache ist, das, nach Aussage des „Kritischen Agrarberichtes 2012“, die deutschen Bauern auf dem Weg zu einer gewaltigen Überproduktion von Geflügelfleisch sind. Bundesweit seien Ställe für bis zu 36 Millionen Hähnchen geplant, schätzt der „Kritische Agrarbericht 2012“. Allein im Landkreis Emsland lägen Anträge für 11 Millionen Mastplätze vor. Um die bundesweite Nachfrage zu stillen, seien jedoch 3,2 Millionen neue Plätze ausreichend. Schon jetzt exportieren wir Hühnchen und Teile davon nach Afrika und entziehen mit unseren konkurrenzlos „günstigen“ Preisen dort den Kleinbauern die Ernährungsgrundlage.

Massentierhaltung zieht – neben dem absolut menschenunwürdigen Verhalten gegen über den Tieren – auch riesige Problem nach sich. Aktuell: Der flächendeckende Einsatz von Antibiotika – laut einer Studie der nordrhein-westfälischen Landesregierung werden bis zu 96 Prozent der Masthähnchen damit behandelt – ist nur eines davon. Aber auch hierzu hat Herr Sonnleitner eine Sonntagsrede in der Schublade: Es sei eine ethische Notwendigkeit (hier hat er also die Ethik entdeckt!),  Tiere, die krank seien, müssten therapiert werden, sagte Sonnleitner. „Alles andere wäre Tierquälerei.“ Und – so warnte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner : „Die Hälfte der Antibiotika, die bei Tieren eingesetzt werden, gehen in die Haustiere – Hund, Katze, Hamster…“.

Danke Herr Sonnleitner, wenn ich das nächste Mal meinen Hamster verspeise, werde ich daran denken…

Und hier zum Abschluss noch ein kleiner Filmbeitrag zum Thema.

Guten Appetit.

Fossile Politik

Als „Fossil“ bezeichnet man jedes Zeugnis vergangenen Lebens aus der Erdgeschichte. Klar, da gehört das Leben der letzten fünfzig Jahre auch dazu. Aber wenn man sich die Wandlungen der letzten Jahre betrachtet, kann man nicht umhin, zu bemerken, dass die Fossile nicht mehr so lange benötigen, wie früher, um wirklich alt aus zusehen. Politiker zum Beispiel, die nur den fossilen Brennstoffen und den damit verbundenen Techniken huldigen, werden sich – schneller als gedacht – in irgendwelchen Sammlungen der Zeitgeschichte wiederfinde. Die Kinder vor der Ausstellungsvitrine fragen dann mit großen Augen: „Haben die denn nicht lesen können? Auch 2011 gab es doch schon genügend Berichte, die das Ende der fossilen Brennstoffe vorgesehen haben?“ „Doch“, sagt der Sammlungsleiter dann, „sogar genau, aber es war Ihnen wichtiger, Geld zu verdienen, ihre Macht zu behalten und eine kurze Zeit des Erfolgs. Und dann musste man ja noch die Reste der Atomenergie beseitigen. Das hat alles gekostet – vor Allem Zeit.“ Tja – so wird es wohl kommen – wenn wir Glück haben.

Es ist eben einfach nicht zu verstehen, warum sich unsere Politik – oft sogar gegen die erbitterten Widerstände der Bevölkerung – in Projekten verbeißt, welche vermutlich vor der Fertigstellung schon durch die immense Treibstoffpreiserhöhungen, Rezessionen und Strukturwandel ad absurdum geführt werden. Warum z.B. sollen wir in Bayern am MUC II eine dritte Startbahn benötigen? Die Lufthansa und Air Berlin, die beiden größten Fluglinien Europas, bauen ihren Flugzeugbestand ab und gehen auf Sparkurs, weil die Passagierzahlen zurück- und die Treibstoffpreise unkalkulierbar hochgehen. Wer wird sich in zehn Jahren, wenn die dritte Startbahn fertig ist, denn noch einen Flug leisten können (oder wollen)? Vielleicht wäre es uns dann lieber, die Felder ständen noch zur Verfügung, um Lebensmittel anzubauen, denn den Import von billigen Lebensmitteln kann man mit steigenden Preisen beim Treibstoff auch vergessen. Und das die Preise steigen werden, ist unbestritten. Selbst wenn die Erdölförderung weiterginge wie bisher, wird der Weltbedarf für eine enorme Steigerung sorgen. Aber es ist klar, dass die Öl- und Gasreserven endlich sind. Kunststoffe und Medizin sowie die dringend nötige Versorgung von Fahrzeugen zur Lebensmittelproduktion und für Industrie und Handwerk werden weltweit den Löwenanteil des teuren Rohstoffes einfordern. Überflüssige Transporte, sowie z.B. der Schweinehälften von Holland nach Parma und zurück als Parma-Schinken in den Norden Europas und wieder zurück nach Süden über die Zentrallager der Discounter und wieder zurück in die Läden vor Ort, wird es dann einfach nicht mehr geben. Wozu also Autobahnen aufrüsten für den, simpel vom heutigen Stand der Dinge hochgerechneten, Bedarf von 2050, ohne auch nur ein einziges Mal daran zu denken, wer die Dinger denn dann noch benutzen soll. Gut, elektrisch kann man fahren, aber auch nur, solange Energie genug da ist. Wird zum Beispiel das Heizen oder Produzieren mangels Alternative auch auf elektrische Energie umgestellt, wird diese Energie nicht für den Standard von heute reichen – schon gar nicht, wenn auch andere Menschen unseres Erdballs daran teilhaben wollen.  Also sollten unsere „Fossis“ mit aller Energie daran arbeiten, diesen Fahrplan für eine umfassende Energiewende auf die Reihe zu bekommen.  Und da kann es nicht heißen: „Mit was fahren wir dann?“ Sondern es muss heißen: „Erstens <Sparen> und zweitens >alles auf den Prüfstand>. Welche durchschlagende Erfolge man beim Einsparen haben kann, zeigt z. B., auch das Buch von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael Smith „Faktor Fünf“. Ohne wirklich auf wichtige und gewohnte Lebensstandards verzichten zu müssen, sondern eher noch mit einer Steigerung der Lebensqualität verbunden, wäre die 5-fache Ausnutzung des Energie- und Ressourcenpotentials möglich, wenn alle Register gezogen und all unser Wissen geschickt und intelligent genutzt würde. Dazu benötigen wir aber erst einmal die Lösung der Politik von der Klienten-Politik, vom Lobbyismus und der Wahnsinnsidee vom unbeschränkten Wachstum. Hierzu hat z.B. die ÖDP hervorragende Ansätze erarbeitet, die in jeder politischen Partei umgesetzt werden könnten. Fossile Energie – was war das gleich wieder? Ach ja: irgendwas mit C (über 80% CO), genau wie in den fossilen Parteien…

Das Ende der Zeit…

Lebenswege

Zeit. Es wird ja viel spekuliert über die Zeit und wie man sie empfindet, beschleunigt, verlangsamt oder wahrnimmt, etc. Aber  das Ende der eigenen Zeit ist wohl erreicht, wenn man das Lebensende erreicht hat. Selbst Menschen, die an eine Auferstehung glauben, an ein „ewiges“ Leben, heben mit dieser Aussage ja die Gültigkeit der Zeitrechnung auf.  Was aber ist das Ende der Zeit für uns? Rein physikalisch betrachtet ja wohl der Anfang von etwas Neuem. Der Körper wird weiter im Kreislauf des Lebens verwendet. Er zerfällt und dient neuem Leben als Grundlage. Beim Geist aber haben wir die Möglichkeit, die Zeit über den Tod hinaus weiterlaufen zu lassen. Ideen, Anstöße, Werke, die man begonnen oder initiiert hat, „überleben“ uns vielleicht. Auch Taten bleiben oft im Gedächtnis anderer Menschen über unseren Tod hinaus und erreichen damit eine längere Lauf-Zeit als unsere eigene Lebenszeit. Erst wenn alle Erinnerungen verlöschen, unsere Ideen und Gedanken verschwimmen oder untergehen, dann ist die Zeit für uns abgelaufen. Gut, dass wir nicht wissen, wann das sein wird. Gut, dass wir die Chance haben, die Zeit zu verlängern. Einfach was tun…

Betthupferl

Der Mond ist aufgegangen....

Es gibt ja immer wieder im Leben solche Momente, in denen man Erlebnisse seiner Kindheit wieder findet. Dazu tragen oftmals Gewohnheiten, Riten und Traditionen  bei. Diese zeichnen sich durch Langlebigkeit aus. Zumindest um so lange zu überdauern, bis man selbst den Schritt  von der Kindheit oder Jugend zum Erwachsensein getan hat und diese Gewohnheiten, Riten und/oder Traditionen seinerseits weiterleben lässt. Ob das der Opa ist, der mit eingeschäumten Gesicht zur Rasur schreitet (obwohl man selbst nicht einmal weiß, was da eigentlich und warum rasiert wird), der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee, welcher sich durch das Haus zieht und den Beginn des Tages ankündigt (obwohl man am Kaffee selbst noch gar keinen Geschmack gefunden hat) oder auch das Betthupferl. Diese täglichen Geschichten, welche entweder von den Eltern, Grosseltern oder anderen nahestehenden Verwandten am Bett erzählt werden, um die Kinder in den Schlaf zu geleiten. Oder auch die Betthupferl, welche schon seit 1953 in Bayern die Kinder per Radio zu Bett geleiten. Ich finde ja das Wort „Betthupferl“ schon so schön. In manchen Gegenden bezeichnet es eine kleine Süßigkeit, welche das verpönte Zubettgehen etwas versüßen und der pädagogischen Notwendigkeit auch eine positive Note verleihen soll.  Es wird aber auch als Synonym für eine „Gute Nacht Geschichte“ – ähnlich wie das legendäre „Sandmännchen“ des Ostens benutzt und diese wunderbaren Geschichten haben in einigen Familien die selbst erzählte“Gute Nacht Geschichte“ ersetzt. Sie vermitteln – alleine schon durch den Namen – ein Gefühl der Geborgenheit. Ich nenne es mal „Gemütlichkeit“ und setze es gleich mit einem kuscheligen Bett, der Erwartung einer entspannenden Nacht und der Sicherheit eines schützenden Daches im weitesten Sinne. Natürlich hat sich die Sendung im Laufe der Zeit gewandelt, wenn jedoch die Stimme des Sprechers oder der Sprecherin anhebt und es aus dem Lautsprecher tönt „Liebe Kinder! Jetzt kommt Euer Betthupferl…“ dann wendet sich mein Geist der Entspannung zu. Das und anderes würde ich meinen Kindern gerne erhalten – wie auch viele andere Traditionen, Riten und Gewohnheiten. Wenn es also kurz vor 20 Uhr ist, hören Sie ruhig mal rein… und pflegen Sie Ihre Riten, Gewohnheiten und Traditionen.

Paula und Ihre Erlebnisse

Während des Urlaubs im bayerischen Wald

Paula, Ihres Zeichens irischer Wolfshund und in unserer Familie für Eleganz zuständig, für die Gartengestaltung und die Freizeitplanung. Sie hat in den folgenden PDF Dokumenten ein paar Erlebnisse niedergelegt, welche Sie mit uns durchlebt hat . Das sind die ganz typischen Mensch-Hund-Geschichten, aber auch ein paar sehr ungewöhnliche Berichte. Die Sichtweise hat mich auch überrascht. Es sind nicht viele, aber scheinbar prägende Abenteuer, denn für die Niederschrift hat Paula sogar ihren Schlaf unterbrochen und die Mahlzeiten verschoben. Das kommt sonst nur sehr selten vor 🙂

Hier nun Ihre Berichte – auch mit vielen Fotos. Viel Spaß beim Lesen und: Bitte nicht Alles glauben, was Madam hier so schreibt:

Paula’s Welt im Juni 2008

Paula’s Welt im August 2008

Paula’s Welt September 2008

Paula’s Welt Februar 2010

Paula’s Welt Juni 2010

Paula’s Welt November 2010

Paula’s Welt August 2011

Respekt

Sonne in Afrika

Da sitzen die Spitzen unserer Politik zusammen und debattieren, wie Sie Banken und Anleger stützen, Fonds und Länder retten und verblasen Milliarden Euro in sinnlosen Projekten, die schlussendlich alle nur die Umverteilung der Mittel von unten nach oben bewirken. Aber keiner dieser Staatslenker samt Ihren Stäben schafft es, vorausschauend tätig zu werden, Hungersnöte im Keim zu erstocken, richtige Weichen zu stellen für das Überleben der Ärmsten in dieser Welt. Keine Statistik, kein Rettungsschirm, keine Schuldenoffensive, keine Fahrzeuge, Hubschrauber oder Schiffe stehen sofort zur Verfügung um Menschenleben zu retten. Natürlich ist mir das Regularium bekannt und ich weiß, das „man“ sich nicht engagiert, wenn nichts zu holen ist. Aber es bringt mich in unheimliche Wut, diese Scheinheiligkeit untätig mit ansehen zu müssen.

Und dann –  innerhalb von 24 Stunden – schaffen es Privatleute, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Rentner, Arbeitslose, Angestellte, Firmen und Alleinverdiener, Hausfrauen und Geschäftsmänner in Bayern, also alle, die man so lapidar als „das Volk“ bezeichnet, für Ostafrika über 3.000.000 Euro (7 Tage später sind es nun schon über 10.000.000 Euro !!) zu sammeln um mit Sternstunden e.V. und dem bayerischen Rundfunk in Afrika die Not zu lindern. Die Not, welche so dringend ist, wie kein anderes Thema, weil sie hunderttausenden das Leben kosten wird, wenn wir nichts tun. Dieses Engagement der Menschen gibt mir Hoffnung und neuen Schwung. Dieses gemeinsame Handeln, Teilen und Mitfühlen nötigt mir größten Respekt ab. Ich freue mich sehr darüber und sehe, das  man doch was bewegen kann. Es gäbe noch viel zu sagen, aber ich möchte es dabei beilassen.

Kann ein Hosenanzug den Charakter verderben?

Diese Frage kann man mit einem deutlichen „Ja“ beantworten – sofern ein Charakter vorhanden ist, welcher noch nicht den Bodensatz erreicht hat. Was will man noch verderben, wenn schon alles verdorben ist. Dennoch wirft diese Frage Fragen auf. Bei manchen Menschen spielt die Kleidung ja scheinbar gar keine Rolle. Denkt man hier z.B. an Ghandi. Der konnte auch im Lendenschurz Millionen Menschen überzeugen und tut es auch nach seinem Tot heute noch. Kaum jemand zweifelt an seinen guten Absichten und an seiner positiven Wirkung. Da kann einfach kein Hosenanzug mithalten.

Dennoch hat auch so ein Hosenanzug seine guten Seiten. Er verdeckt einfach vieles. In Zeiten wie unseren will man ja auch nicht mehr alles sehen. Es gibt einfach zu viel Leid,als das man es noch ertragen könnte.  Da wäre zwar Mutti im Lendenschurz keine übermenschliche Belastung, aber – nein! Außerdem hat so einen Hosenanzug wesentlich mehr Taschen als ein Lendenschurz, was ein wesentlicher Vorteil ist, wenn man moderner Politker(in) ist. Das Leben ist heute nicht mehr so einfach wie zu Ghandis Zeiten. Mutti kann nicht so einfach in den Hungerstreik treten (obwohl – na lassen wir das). Wenn man in Arabien dringend Panzer braucht um gegen den Pöbel ein wenig etwas zu unternehmen, muss man einfach handeln. Die Dinger müssen unters Volk. Bei uns wegen des Aufschwungs und in Arabien wegen der Menschenrechte. Das ist schwer zu erklären, aber – je nachdem, wer es erklärt – hat das ja auch was. Auch ein Scheich ist nur ein Mnesch. Es ist ja nicht so wie in Libyen. Dort ist der Fall ja wesentlich klarer – jetzt wieder oder noch nicht ganz, oder – ist ja eigentlich auch egal. Hauptsache das Öl läuft. Und das man mal seine Meinung ändert, ist ja nun auch nichts besonderes mehr. Das ist ja quasi schon Politprogramm. Und wenn es mal anders kommt – wir kennen ja die Schwachstellen unserer Panzer: der Spritverbrauch und die erhöhten Abgaswerte – also nichts wie weg damit!

Aber zurück zu den Taschen im Hosenanzug: Da kann man einiges verschwinden lassen. Man kann „es“ von einer Tasche in die andere transferieren, man kann sogar andere in die Tasche stecken oder sich die Taschen füllen! Wie, bitte schön, soll das im Lendenschurz gehen? Unsere Politikerinnen wissen schon, was sie tun. Auch wenn es derzeit nicht so aussieht. Ich bin sicher: das werden wir dann schon verstehen, wenn es zu spät ist. Und in diesem Fall ist ein Lendenschurz dann auch keine Lösung mehr – wir sind ja schon gestraft genug.

Schildbuerger

Seit Jahren sind unsere Politiker auf allen Ebenen bemüht, uns Verkehrsteilnehmer das Leben zu verschönern. An allen möglichen und unmöglichen Stellen werden Hinweistafeln, Schilder und Informationen aufgebaut, um uns die Fahrt auf Deutschlands Strassen etwas kurzweiliger zu gestalten. Da das Fahren an sich ja nicht mehr besonders lustig ist und auch eine Überlandfahrt aufgrund der zunehmenden Monotonisierung der Landschaft (es lebe der Mais) und Gleichförmigkeit der Städte und Dörfer (ALBI und H&N sehen eben überall gleich aus) mehr als öde ist, gibt es jetzt Unterhaltung am Straßenrand. Nachdem bereits an jeder Strasse alle 500 Meter ein neues Schild aufgestellt wurde (nennt sich Stationstafel und ist eine Frucht der ernsthaften Bemühungen zur Lichtung des Schilderwaldes), weiß jetzt jeder genau wo er gerade ist (sofern man mit den Bezeichnungen der Strassen ersten, zweiten und dritten Grades vertraut ist). Schade nur, dass diese Bemühungen etwas lange gedauert haben, denn Strassenmeistereien und viele Autofahrer haben inzwischen Navigationsgeräte und niemand benötigt ernsthaft diese Schildchen, die mit deutscher Gründlichkeit konsequent überall einbetoniert wurden (bei uns auch direkt neben der Kirche – waren eben 500 Meter!). Herr Ramsauer – seines Zeichens Verkehrsminister – hat eben mal in Bayern die schönen, bunten Autobahnwarnschilder aufbauen lassen, welche seine Kollegen in Österreich gerade wieder – wegen Erfolglosigkeit –  in Frage stellen. Aber natürlich, wer hört schon auf Österreicher, wenn es nicht gerade Mozart ist. Schilder sind aber dennoch weiterhin nötig, um das Volk bei Laune zu halten. Richtig ins Zeug legt man sich in Städten, wo man wirklich jeden Platz nutzt um für Abwechslung zu sorgen. Hinweise überall! Aber auch die neuen Rätselspiele kommen unheimlich gut an, wie hier geblogt oder diese Endlosschleife. Da bleibt am Schluss nur der Tipp: Geniesse es oder nimm es mit Humor.

Bei Dilettanten handelt es sich nicht um Verwandte

G8

Das es sich bei Dilettanten – im Grundsatz – nicht um Verwandte handeln muss (wie zum Beispiel bei der herkömmlichen „Tante“), wird schnell klar, wenn man sich erkundigt, was das Wort bedeutet. Wikipedia schreibt: „…Ein Dilettant ist ein Nicht-FachmannAmateur oder Laie…“. Das kann nun auch ein Verwandter sein, aber  wie gesagt – das ist keine zwingende Bedingung. Will man Dilettanten in freier Wildbahn sehen und beid er Ausübung ihres Schaffens, schaut man sich das bayerische Schulwesen an (Nur als Beispiel! Man könnte ebenso gut bei der Bundeswehrreform zuschauen, bei der Planung und Durchführung des BundesFreiwilligenDienstes, beim Planen unserer Strassen und Verkehrswege oder beim Atom-Aus-Ein-Aus-Ein-Ausstieg oder so…). Beim Betrachten des Geschehens fällt auf, dass Frau Hohlmeier (damals noch bayerische Bildungsministerin – das war ja sowieso ein Knaller) sich bei ihren Tätigkeiten genau an die obige Beschreibung gehalten hat (und wohl noch hält). Mehr „Nicht-Fachmann“ ging praktisch nicht und so wurde die Einführung des G8 Gymnasiums (Kurzbeschreibung: statt in 9 Jahren lernst Du einfach alles in 8 Jahren. Damit ist dann der Lehrermangel behoben, der Staat spart sich ein wenig Geld und die Jugend kann jobben um sich das Geld für die Studiengebühr zu verdienen…) ein Desaster. Vorläufig letzter Akt in diesem Trauerspiel: Herr Spänle (der ist jetzt bayerischer Bildungsminister. Mir kommen die Tränen – es geht tatsächlich immer noch besser, wenn man das unter dem Aspekt des gelebten Dilettantismus sieht!) justiert die Abiturnoten der G8 Schüler nach, um ein besseres Schnitt-Ergebnis zu erzielen und brüstet sich dann mit einer  erfolgreichen Einführung des neuen Gymnasiums. Toll – so kann ich das auch. Aber ich will mich ja nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis bemühen 😉

Eine Sache noch. Wikipedia schreibt zum Dilettanten noch: „…Der Dilettant übt eine Sache um ihrer selbst willen aus, also aus privatem Interesse oder zum Vergnügen..“ . Das macht mich stutzig. Vielleicht ist Herr Spänle dann doch kein Dilettant sondern eher ein Ignorant? Was aber passt, ist dann das Schlusswort der Erklärung zum Dilettanten: „…In der heutigen Umgangssprache wird der Begriff meist negativ wertend verwendet, wenn eine Tätigkeit unfachmännisch, unsachgemäß, fehlerhaft, stümperhaft, oberflächlich, somit dilettantisch ausgeführt wurde…“. Perfektion bis ins Detail.

Land des Laechelns

Das „Land des Lächelns“ war für mich bisher stets eine Operette mit romantischer Musik. China wird darin und generell , wohl wegen seiner stets lächelnden Menschen, als „Land des Lächelns“ bezeichnet. Wobei ich hier aus eigener Erfahrung sagen kann, dass die Menschen wirklich fröhlich und zum allergrößten Teil sehr nett sind. Das den Menschen dort das Lächeln nicht vergeht, ist für mich, angesichts der rigorosen Regierung, der stetigen Restriktionen und der harten Arbeit das Wunder. Was mich nicht wundert ist aber die Tatsache, das Deutschland nicht als „Land des Lächelns“ bezeichnet wird. Erstens nehmen wir das Leben viel zu ernst und unsere Regierung nicht auf die leichte Schulter (na ja, ist ja verständlich bei dem Übergewicht – nicht nur dem politischen Übergewicht der Schwerfälligen, Käuflichen und Unfähigen). Zweitens fällt es vielen Deutschen schwer zu lächeln (schon gar nicht, wenn einem eben nicht danach ist). Unsere First Lady „Mutti“ macht das ja stets und überall vor. Selbst wenn sie lächelt, sieht das irgendwie bemüht aus. So wurde, wie aus gut informierten Kreisen verlautbart wurde, vor einigen Jahren in neuen Fotoapparaten eine Automatik eingebaut, welche den Auslöser nur dann freigibt, wenn das Foto-Objekt LÄCHELT! Das war 2008. Heutzutage wird diese Lächelautomatik nur noch in Hobbykameras eingebaut, weil alle Profi-Fotografen sonst, mangels Fotos, dem Hungertod geweiht wären. Schade eigentlich. Wo ein wenig Lächeln uns allen doch so gut täte – mich eingeschlossen. Deshalb jetzt, zum guten Schluss –  noch die Musik zum Thema 🙂