Leih mir mal Arbeit

Die Zahl der Zeitarbeiter in Bayern ist dem DGB zufolge weitaus höher als bisher angenommen. Eine vom Gewerkschaftsbund Bayern in Auftrag gegebene Studie kommt auf zurzeit rund 200.000 Leiharbeiter. Laut Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl im vergangenen Oktober nur bei 115.000. Doch in deren Statistiken tauchten zum Beispiel konzerninterne Verleihfirmen nicht auf. Zudem steige die Leiharbeit zurzeit stark an, in Nordbayern mehr als im Süden. Darauf weist Bayerns DGB-Chef Jena hin. Nach seinen Worten seien Leiharbeiter zudem oft unterbezahlt. Im Schnitt erhielten sie nur halb so viel Lohn wie regulär Beschäftigte.

Dazu folgendes Szenario: Eine Firma entlässt Angestellte (natürlich um zu rationalisieren, also um „Arbeitsplätze zu sichern“). Die Entlassenen gehen zwangsläufig zur Arbeitsagentur um die eigene Existenz zu sichern. Dort vermittelt man Ihnen einen Job bei einer Leihfirma, die gerade viele Jobs zu vergeben hat. Diese Jobs sind zwar extrem schlecht bezahlt, aber die Agentur zwingt die Leute in diese Leihfirmen, da sonst die Bezüge gestrichen werden. Nun ist man also „Leiharbeiter“ und – es kommt ganz toll – man arbeitet sogar wieder in seiner alten Firma – für die Hälfte und ohne jeden Kündigungsschutz. Wieviele Arbeitsstellen so schon „umgewandelt“ wurden, steht nicht fest, sieht man sich aber die Diskrepanz der offiziellen Angaben zu den Zahlen an, welche der DGB herausgefunden hat (siehe oben), fällt es einem nicht schwer, auch hier ein Dunkelziffer zu erahnen, die einem die Schamesröte ins Gesicht treibt. Was für armselige Spiele werden hier gespielt?