Lasst Blumen sprechen

Ich weiß – der Valentinstag ist schon vorbei. Ich wollte aber auch nicht der holländischen Blumenindustrie auf die Sprünge helfen, sondern habe zufällig mitbekommen, dass verschenkte Blumen etwas mehr sagen, als der unaufgeklärte Betrachter damit verbindet. Um Missverständnisse zu vermeiden sollte man also evtl. ein wenig darauf achten:

Schenkst Du Brunnenkresse (etwas ungewöhnlich, aber mei…) sagst Du damit: „Du entscheidest über mein künftiges Glück!“. Übergibst Du etwa Geranien soll das sagen: „Ich erwarte dich an der bekannten Stelle!“ (Super – wo war das gleich?). Entscheidet man sich als Schenker für eine Eibe, soll das heißen: „Ich liebe dich ewig!“ und das ist hier auch nötig, denn das Ding ist giftig und schickt den Genießer in die ewigen Jagdgründe. Bekommt man Sonnenblumen, sollte die Botschaft entweder sein „Ich habe nur Augen für Dich!“ (paßt also perfekt, wenn man seinen Optiker besuchen will) oder auch „Laß uns nur heitere Stunden leben!“ In jedem Fall irgendwie positiv! Bekommt man hingegen Kletten sollte man etwas loslassen können. Denn damit soll „durch die Blume“ gesagt sein, „…dass man zu stark klammert“. Mit Ahorn wird „Zurückhaltung“ assoziiert (die auch nötig ist, denn das Geld kann man noch brauchen: das Teil kann beträchtliche Höhen erreichen und setzt schon ein etwas größeres Wohnzimmer voraus). Gänseblümchen bedeuten die „kindliche Unschuld“ des Überbringers, Schilf fordert quasi eine Entscheidung ein (habe ich auch noch nie verschenkt :o), Kornblumenschenker „geben die Hoffnung nicht auf“ oder (es gibt hier mehrere Deutungen) „betonen die Zartheit“ (von wem oder was auch immer).  Rosenbotschaften sind so vielfältig wie die Farben der Blumen: rot = Liebe, gelb = Eifersucht, schwarz = Trauer, weiß = Treue, blau = Unerreichbarkeit. Aber Vorsicht: die Rosen passen sich farblich nicht den Tatsachen an. D.h. auch hier kann geschummelt werden! Lindenblüten sollen heißen: „Träume süß und denk an mich!“ In diesem Sinne…