Ich denke oft an Winnetou…

Ich möchte mich an dieser Stelle bedanken. Bedanken für die vielen Stunden, in denen ich mit Euch reiten durfte.  Für die vielen Stunden, in denen ich Unterschlupf in Eurer Welt gefunden habe. Wenn es hier drüben mal wieder etwas ruppig wurde, kalt und ungerecht dann habt Ihr mich mitgenommen auf Eure Reise durch das alte Amerika, durch Asien und Afrika. Mit Euch, Kara Ben Nemsi und Old Shatterhand, Winnetou und Hadschi, durfte ich auf den besten Pferden reiten, am Lagerfeuer sitzen, die wildesten Abenteuer erleben und Euer Leben teilen. Ihr wolltet nichts von mir wissen, wart stets ohne Vorurteile und habt mich genommen wie ich war. Echte Blutsbrüder eben.

Und Dir Karl May, Danke für die Türe, die Du mir geöffnet hast. Das Lesen Deiner Bücher (die ich heute natürlich mit anderen Augen sehe) hat mir das Lesen eröffnet und die Türe in eine Welt der Phantasie, in der einfach Alles möglich ist, weit aufgestoßen. Gerne – fast liebevoll – denke ich an die Freiheit zurück, die ich beim Lesen Deiner Bücher empfunden habe. Meinen Jubel, wenn die Gerechtigkeit siegte, den Schmerz, wenn Mensch und Tier leiden musste, die Verwunderung ob der Wunder dieser Erde, die wir quasi zusammen bereisten. Dir, dem Schriftsteller meiner ersten intensiven Lesestunden, widme ich noch heute, 40 Jahre später, so manchen Gedanken, wenn ich Länder bereise, die den Schilderungen Deiner Bücher nahe sind. So manchen Gedanken, wenn ich auf dem Rücken eines Pferdes  den Wind auf dem Gesicht spüre und tiefe Dankbarkeit, wenn ich daran denke, an wie vielen Tagen Du mir Trost und Zuflucht warst. Danke Karl…