Der Obama-Effekt

oder: Zu gut um wahr zu sein (ein älterer Beitrag von Anfang 2009):

Das war der erste Eindruck beim Anhören von diversen Reden des Mr. O.

“Was für eine Bürde”, wenn er das wirklich machen möchte. Das war die zweite Reaktion.

Und dann (wenn ich unterstellen darf, dass es da jemand ernst meint, was mir – zugegeben-  sehr schwer fällt nach jahrzehntelanger Abhärtung meines guten Glaubens durch Beamte und Politiker unseres Landes) frage  ich mich: Wie stehen denn unsere Politiker und Manager da,wenn Obama wirklich tut, was er sagt.

– Zukunftsträchtige Energie fördern – während unsere Oberliga die Laufzeit der Atomkraft diskutiert und Konzepte unter Einbeziehung erneuerbare Energien in den Schuhbladen der grossen Energiekonzerne verschwinden.

– soziale Gerechtigkeit in den Focus der Politik stellen – während bei uns das Kindergeld um ein paar Euro erhöht wird, die Verschrottung alter Autos zur Stützung der “bedürftigen” Autoindustrie mit 2.500 Euro gefördert wird, die

– Transparenz für alle politischen Entscheidungen – während bei uns der Bürger mit Absichtserklärungen bombadiert wird, bis er nicht mehr weiß, was nun Wahrheit ist, Wahrheit wird oder Wahrsagerei bleibt

– Programm gegen den Lobbyismus – während bei uns die Einflussnahme der Wirtschaft schier keine Grenzen mehr kennt. Sitzen doch Lobbyisten direkt in den Büros unserer Ministerien und fällen Entscheidungen! Von “Spenden” (natürlich ohne jede Absicht auf Einflussnahme ;o)  mal ganz abgesehen. Strafmaß für Vergegen ürbigens –  im Vergleich zum Mundraub z.B. – ein absoluter Witz

– Integrationsprogramme und Toleranz – während bei uns mit Fremdenfeindlichkeit immer noch Wahlkampf betrieben wird und es einfach nicht vorstellbar wäre, dass ein farbiger Mensch hier Kanzler wird

Na ja – kurz gesagt: ich wünsche mir für Deutschland einen Spitzenpolitiker, der Missstände anpackt und die Menschen begeistern und motivieren kann. Dann ginge es bei uns vorwärts. Umweltbewusstes Leben, Lebensplätze vor Arbeitsplätzen, soziales Miteinander und tolerantes Verhalten,  verantwortungsbewusstes Handeln unserer Manager und Leitfiguren, kritische Auseinandersetzung mit unseren Staats- und Arbeitsmodellen, Weiterentwicklung unserer Kultur und eine lebenswerte Umwelt.

Aber woher solche Leute nehmen?