Das Problem mit den Eliten

Beschäftigt man sich mit Problemen irgendwelcher Art (oder beschäftigen einen die Probleme), kommt man zwangsläufig irgendwann auch auf die Frage: Wer ist denn dafür eigentlich verantwortlich? Bei den sogenannten „großen Problemen“ dieser Welt ist dies nicht leicht zu beantworten, da ja oft gar nicht klar ist, wie diese Probleme entstehen, wer involviert ist und schlussendlich, wer Auftraggeber oder Verantwortlicher ist. Diese Zusammenhänge werden auch bewusst verschleiert (Warum wohl?) und können selbst von der Justiz nur selten restlos aufgeklärt werden (Ich unterstelle hier einfach mal den Willen zu Aufklärung! Das wäre aber ein neues Thema, in dem auch eine Festplatte mit Beweisen, Verjährungsfristen, Bestechungsgelder und politische Zugehörigkeiten als Türöffner für bestimmte Funktionen und Ämter eine Rolle spielen würden…). Also bleibt – wie so oft, wenn man Dingen auf den Grund gehen will – die Frage: „Wem nützt es?“ um dem Sachverhalt etwas näher zu kommen. Bei nahezu allen republiküberspannenden Themen kommt man da sehr schnell auf einen Kreis von Menschen, die man nicht so einfach einer Gruppe zuordnen kann, außer man nimmt den Oberbegriff „unserer Elite“ zur Hilfe. Elite, laut Wikipedia: „…Elite (urspr. vom lateinischen electus, „ausgelesen“) bezeichnet soziologisch eine Gruppierung (tatsächlich oder mutmaßlich) überdurchschnittlich qualifizierter Personen (FunktionselitenLeistungseliten) oder die herrschenden bzw. einflussreichen Kreise (Machteliten) einer Gesellschaft. …   Der Elite gegenüber steht die „Masse[1] oder der „Durchschnitt“ („Normalbürger“)…“ . Wesentlich in dieser Definition scheint mir für diesen Artikel hier die Aussage des „mutmaßlichen“. Die Mehrheit der Bürger interpretiert immer noch massivst mit manchen Positionen, Titeln und Herkünften eine überdurchschnittliche Qualifikation. Zu unrecht, wie sich im täglichen Leben herausstellt. Weder ist Familienministerin von der Leyen eine Insiderin in Sachen Familie, noch ist Herr von und zu Guttenberg Spezialist in Wirtschafts- oder Verteidigungsfragen.  Auch ein Herr Ackermann oder ein Herr Sarrazin kämen im Leben kaum weiter, wenn sich alle ihre Angestellten einfach mal verweigern würden. Wie nun diese „Eliten“ zusammenspielen und Einfluss nehmen, dazu hat es in der aktuellen Ausgabe der „Ökologie Politik“ (Magazin der ÖDP = ökologisch demokratische Partei) einen hervorragenden Beitrag gegeben von Prof.  Dr. Michael Hartmann (Hier ist das PDF: Artikel-Prof-Hartmann-OeP149). Der Artikel ist wirklich lesenswert und beantwortet auf drei Seiten (das kann man schon mal lesen!) schnell und gründlich z.B. auch die Frage: „Wem nützt es?“ Rund um dieses Thema bietet die Gesamtausgabe ein breites Spektrum an Antworten (passend zum „Elite-Treffen“ in Davos)!

Bayerischer Zukunftsrat

Irgendwie ist das einfach falsch geschrieben: „Bayerisches Zukunfts Raten“ wäre besser. Diese sogenannten „Hochkaräter“ werden kaum zu anderen Ergebnissen kommen, als die Politiker, Aufsichtsräte und Manager bisher – warum auch? Es sind doch dieselben Leute wie bei allen anderen „zukunftsweisenden“ Entscheidungen – nur mit einem anderen Etikett. Wo soll denn neuer Schwung, neue Ideen oder auch nur eine neue Anregung herkommen? Nein – es soll alles so bleiben wie es ist. Ein Trauerspiel ohne Ende.  Natürlich ist „guter Rat“ teuer, eigentlich unbezahlbar. Aber dieses Rateteam samt seinen Rat-Schlägen werden wir alle noch viel teurer bezahlen.

Und noch ein Loch

300 Kilometer Fahrstrecke durch Bayern und davon über 100 Kilometer auf Strassen, welche wegen massiver Fahrbahnschäden auf 60 oder 70 km/h beschränkt sind. Löcher auf den Autobahnen, Teerstücke auf jeder Landstraße. So sehen Bayerns Straßen derzeit aus. Mir geht es nicht um die Beschränkung der Geschwindigkeit, sondern um die offensichtliche Tatsache, dass unsere Kommunen und der Freistaat in allen Belangen zu wenig investieren, um unsere teuer erkaufte Infrastruktur am Leben zu erhalten. Verkehrsminister Ramsauer hat zwar gerade zugegeben, das die Bahn mit Investitionen seit Jahren zurückliegt und deshalb derzeit einiges im Argen liegt mit Service, Technik und so weiter. Aber – ebenso wie bei der Bahn – fragt man sich, wie der Staat, das Land und die Kommunen Milliarden in größenwahnsinnige, umstrittene und ungesicherte Projekte investieren wollen und auf der anderen Seite die bestehende Infrastruktur sang- und klanglos „den Bach runter“ gehen lassen. Was hilft eine neue Brücke, eine sechsspurige Autobahn, ein Güterterminal, wenn die Zubringer, die Bundesstraßen, die Staats- und Landstraßen sich in Schlagloch übersäte Asphaltgeländestrecken verwandeln. Hier nicht reparieren zu können, weil keine Mittel vorhanden sind und an anderer Stelle – gegen den Willen Vieler – Monsterprojekte mit viel Geld (welches ja real gar nicht vorhanden ist) umzusetzen, das ist wahrlich schizophren.

Schneller, weiter, hoeher…

Das ist übigens nicht der olympische Gedanke, sondern, das, was heute daraus gemacht wird. Es ging ja ursprünglich mal um

„…Vermittlung zwischen nationalen und internationalen Sportorganisationen zur Unterstützung des allgemeinen Sports und von Wettkämpfen insbesondere Kooperation mit öffentlichen und privaten Organisationen zur Integrierung des Sports als Nutzen für die Menschheit. Förderung des Frauensports in allen Bereichen und auf allen Stufen mit dem Ziel der Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Kampf gegen jede Form der Diskriminierung. Kampf gegen Doping. Widerstand gegen alle Formen kommerzieller Ausbeutung des Sports und der Athleten. Unterstützung der ethischen Werte im Sport und des Fair Plays…“ (Zitat de.wikedia.org zum olympischen Gedanken).

Es ist völlig unverständlich, dass alle zwei Jahre (Winter- und Sommerspiele im Wechsel) mit gewaltigem und völlig unangemessenem Aufwand an immer neuen Stellen auf der Welt, Sportstätten geschaffen werden, um sich selbst (also das IOC) zu feiern und unglaubliche Kommerzorgien zu feiern (anders kann man die kommerzielle Ausschlachtung, die ja übrigens im krassen Gegensatz zu den Grundgedanken steht) ja kaum bezeichnen. Den sportlichen Gedanken könnte man auch an einer Sportstätte praktizieren – vermutlich sogar besser, denn man könnte dort alles so gestalten, wie es die Sportler benötigen – kurze Wege, gute soziale und logistische Strukturen und  schöne, praxisgerechte Sportstätten. Mit Wahnsinns Summen bewerben sich heute Staaten und Städte, gehen notfalls über „Leichen“. Sie riskieren Friede und Natur um auch etwas vom Kuchen der Werbung, der Sponsoren und dem Glamour abzubekommen. Ein Schelm, wer da an Bestechung, Machtmißbrauch und andere unangenehme Begleiterscheinungen denkt. Aber es soll doch um Sport gehen, oder? Der ist inzwischen allerdings auch dem Leistungszwang komplett unterworfen. Nur der Erste zählt, wird in hunderten Interviews gezeigt und ausgequetscht. Nummer zwei, drei oder gar vier kennt man am nächste Tag nicht mehr. Von wegen „Dabei sein ist alles!“. Das zählt nur für die Großen dieser Welt. Jeder Gschwoischädl und jede Metropole muss dabei gewesen sein. Die Teilnehmer sind nicht wichtig. Doping und psychische sowie physische Schäden der Menschen sind die Folge. Einige wenige können „gewinnen“ und viele opfern sich auf.

Ich wäre für eine Abschaffung des olympischen Wanderzirkus. Das freigewordene Geld gehört meiner Ansicht nach in eine sinnvolle Sportförderung. Man könnte damit soviel Gutes tun: Sportprogramme für die Ärmsten der Welt, Bewegung für Senioren, Sportstätten als Allgemeingut in strukturschwachen Ländern, usw. Alle Funktionäre sollten ein festes und auch ausreichendes Salär für Ihre Leistungen bekommen, aber sich nicht für ihre Zustimmung zu einer Vergabe der Durchführung bezahlen lassen. In unserer Zeit hat sich das Modell des wechselnden Olympia-Standorts doch wirklich überholt und man könnte wieder zum Ursprung zurück. Im klassischen Olympia wurde auch immer an denselben Stätten Sport betrieben. Die ganze Welt wäre zu Besuch (so ein Standort könnte ja auch eine Chance für ein armes Land in Bezug auf Arbeit und Anerkennung sein) und könnte sich auf das „Miteinander“ konzentrieren. Kein sinnloser Landverbrauch mehr, keine irrwitzigen Bauprojekte, keine unglaublichen Geldverschwendungen mehr… Vielleicht würde sich die FIA mit Ihren Formel 1 Rennen der Idee anschließen und Milliarden an Reisekosten sparen. Vielleicht auch die FIFA mit Ihren Weltmeisterschaften (oder spielen Fußballer wirklich lieber einmal bei 50°C in Katar und das nächste Mal bei -30°C  in Spitzbergen? Wenn dort Öl gefunden wird, haben die auch genug Geld um ein „neutrales Urteil“ für Ihr Land zu „bewirken“!). Anschauen kann man das alles ja sowieso im Fernsehen! Mein Motto wäre dann: „Schöner, fairer, besser…“

Es faehrt ein Zug nach nirgendwo

„Bahnchef sieht Investitionsbedarf.“ Wie schön! Da werden die Probleme der Bahn, wie stundenlange Verspätungen wegen Schneefall, schlecht gewartete Fahrzeuge, Kreislaufkollaps wegen ausgefallener Klimatisierung oder die generelle Gleichmütigkeit gegen Kunden (ich habe hier lange nach einer positiven Formulierung für „absolutes Desinteresse gegenüber der Kundschaft“ gesucht) doch  gleich viel erträglicher. Man spricht von einer Investitionslücke von sagenhaften 40 Millionen Euro.

Mein Gott, Herr Grube! Sie verbuddeln gerade in Stuttgart einige Milliarden Euro für einen mehr als fragwürdigen Bahnhof während in ganz Deutschland veraltete Weichen zufrieren mit dem Eis, welches man sich im Sommer in den Abteilen zur Kühlung wünschen würde. Nebenstrecken werden geschlossen oder verkauft, weil keine tragfähigen Konzepte vorliegen (während privat betriebene Strecken plötzlich wieder funktionieren!). Personal wird eingespart an allen Ecken und Enden und Service wird bei der Bahn zwar immer noch groß geschrieben aber leider nirgendwo mehr praktiziert.

Warum hat denn keiner bei der Bahn oder in der Politik das Rückgrat, ein solches unfinanzierbares Projekt wie z.B. Stuttgart 21 zu stoppen und erst mal gründlich den Investitionsstau zu beseitigen. Dann wäre die fällige Dividende für den Staat in Höhe von ein paar hundert Millionen  ja auch kein Problem mehr. Da muss man ja nicht lange nachdenken um darauf zu kommen, dass diese Dividende, falls sie nicht ausbezahlt wird, wieder einem Geschenk der Steuerzahler an einen Großkonzern gleich kommt. Denn die Löcher, welche diese Dividende stopfen soll, werden dann halt einfach mit anderen Steuereinnahmen gestopft, während die dadurch erzielte Einsparung der Bahn höhere Gewinne beschert (daraus resultieren übrigens höhere Bonuszahlungen an die Topmanager, die natürlich willkommener sind, als zufriedene Gäste – zumindest solange man ein Monopol unter dem Schutz der Politik ausweiden kann).

Und was ist eigentlich aus dem Beförderungsauftrag der Bahn geworden? Alle Politiker hatten bei der Privatisierung der Bahn ja quasi tausend Eide geschworen (gut – man weiß, das dies weniger Wert ist, als der Wetterbericht von vorgestern), dass das Interesse der Fahrgäste stets oberste Priorität haben wird.  Wie die Bahn die Prioritäten geändert hat zeigt wieder einmal, wie machtlos die Politik gegen Wirtschaftsinteressen ist.

30 Jahre und kein bisschen leise…

Die Biermösl Blasn und Gerhard Polt feierten ihr 30jähriges Bühnenjubiläum. Die Berichte dazu waren super – wie halt die Blosn und der Polt generell. Wie oft haben uns die vier gezeigt, das man mit einer kritischen Haltung nicht alleine steht. Wie liebenswert haben sie selbst staatstragende Probleme dargestellt und auch vor großen Institutionen nicht gekuscht (wie z.B. der römisch katholischen Kirche) . Mir gefällt diese Art und man kann nur gratulieren! Hier kann man etwas mehr erfahren: Homepage der Biermösl Blasn oder Homepage von Gerhard Polt

Von Ja- und Neinsagern

Bei vielen örtlichen Projekten hier in Südostbayern – wie auch bei Großprojekten und anderen Vorhaben der Wirtschaf und Politik – suchen und finden Bürger vermehrt Wege und Möglichkeiten auch Ihre Einwände geltend zu machen. Leichtfertig werden sie für Ihr Engagement (welches in einer Demokratie ja eigentlich unverzichtbar ist. Ist aber ein anderes Thema) von den Politikern als notorische „Nein-Sager“ abgestempelt. Ich möchte hier nur kurz ausführen, wie kurz gesprungen solche Aussagen sind:

– Was ist falsch daran, seine Meinung kund zu tun, auch wenn Sie nicht die Meinung ist, die sich unsere „Volksvertreter“ für einen reibungslosen Ablauf der Projekte wünschen?

– Was soll man von einem Volksvertreter halten, der die Kundgabe der Bürgermeinung  polemisch als verquere und böswillige Kampagne irgendwelcher Spinner abtut?

Ich möchte keine Politiker und Wirtschaftsgrößen haben, die nur alles abnicken, was Ihnen „eine Etage“ höher vorgestellt wird, was Profit in die eigene Taschen wirtschaftet oder gerade gut in den Ablauf passt. Ich wünsche mir Menschen mit einem gefestigten Willen, die auch mal gegen den Strom schwimmen, um Neues zu bewegen, alte Gleise zu verlassen und Seilschaften zu sprengen. Sind es nicht gerade die „Nein-Sager“ gewesen, die z.B. nach dem 2. Weltkrieg für Ihr tapferes „Dagegen Sein“ geehrt und gewürdigt wurden? Sind es nicht gerade z.B. die Gegner der Atomkraft gewesen, die uns den Aufschwung der alternativen Energien beschert haben und damit auch den derzeitigen Wirtschaftsaufschwung unterstützten als die etablierten Parteien immer noch so schwachsinnige und dumpfe Anti-Parolen verbreiteten wie „Strom kommt aus der Steckdose“ (um die damaligen Nein-Sager als Deppen darzustellen). Ist es denn nötig, Gegenstimmen immer gleich zu Feindschaften zu erklären anstatt die Chancen darin zu erkennen? Haben unsere Führungskräfte keine Argument, mit denen sie die Projekte und Entscheidungen der mitdenkenden Bevölkerung plausibel und glaubwürdig erläutern können? Damit könnte man doch einen Konsenz schaffen der diese Projekte tragen würde und – wenn es dann wirklich keinen gibt – einfach auf das eine oder andere Projekt verzichten, was zu unserer derzeitigen  Kassenlage auch eher passen würde.

Ob es der Ausbau der A8 ist, die neuen Salzachbrücken bei Fridolfing und Laufen, die 3. Startbahn von MUC II, die Isentalautobahn, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke, Olympia 2018, Stuttgart 21, usw. und so fort. Warum nimmt keiner der betroffenen Politiker die Bevölkerung ernst sondern geht sofort in die (oftmals aggressive) Offensive? Warum wundern sich die Politiker über zunehmende Politikverdrossenheit und mangelnde Unterstützung in der Bevölkerung, wenn man als Wähler von ihnen umworben wird mit Versprechungen, zur Schau gestellter Bürgernähe und hundertfacher Versicherung, dass alles nach der Wahl nun anders würde. Und  dann – als Bürger nach der Wahl – wird man von den gleichen Politikern beschimpft und bedroht, nur weil man seine Rechte wahrnimmt!

Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich rede hier nicht notorischen Besserwissern das Wort, welche aus Prinzip nur ihre eigenen Ansichten gelten lassen (und die es in jeder politischen Richtung gibt!)  und enthalte mich in diesem Beitrag auch bewusst einem Für oder Wider zu den oben genannten Projekten! Aber: Einfach „Ja-Sagen“ das kann jeder. Mitschwimmen im großen Schwarm hat noch nie tapfere Menschen gebraucht. Aber den Kopf heben, sich eine eigene Meinung bilden und diese dann auch auszusprechen, das bedeutet: Sich auch auszusetzen, sich der Kritik zu stellen. Das erfordert Mut und hat meinen ganzen Respekt.

Übrigens kann es passieren, dass dieselben Politiker, welche „Nein-Sager“ gerade abkanzeln kurze Zeit später pressewirksam Jugendliche auffordern doch endlich „Nein“ zu sagen gegen Drogen, Menschen medienwirksam ermahnen endlich „Nein“ zu sagen gegen rechte Gewalt oder auch mal ein deutliches „Nein“ fordern bei den nächsten Wahlen (natürlich nur gegen die politischen Gegner). Es geht doch 😮

Und hier noch ein Gedicht (nicht von mir!), welches – passend zum Thema – die grundsätzliche Gleichheit von Ja und Nein darstellt und die Notwendigkeit, seinen eigenen, individuellen Weg zu gehen:

Man kann sich nicht ein Leben lang

die Türen alle offenhalten, um keine Chance zu verpassen.

Auch wer durch keine Türe geht, und keinen Schritt nach vorne wagt,

dem fallen, Jahr für Jahr, die Türen, eine nach der andern, zu.

Wer selber leben will, der muss entscheiden,

mit „JA“ und „NEIN“ im Grossen und im Kleinen.

Wer sich entscheidet – wertet, wählt – und das bedeutet auch Verzicht.

Denn jede Türe, durch die er geht, verschließt ihm viele andere.

Man darf nicht mogeln und so tun,

als könne man errechnen und beweisen

was hinter jeder Tür geschehen wird.

Ein jedes „JA“ – auch   bedacht, geprüft –

ist doch ein Wagnis und verlangt ein Ziel.

Das ist die erste aller Fragen: Wie heißt das Ziel,

an dem ich messe „JA“ und „NEIN“ ?

Und: Wofür will ich leben ?

Konjunkturprogramm

(ein älterer Beitrag von Mitte 2009)

Konjunkturprogramm – endlich gibt es was für die Steuerzahler zurück…

Ich freue mich über das Konjunkturpaket der Bundesregierung.

Ich werde die 9 Euro, die dies im Monat für mich und meine Familie durchschnittlich bedeutet, dann ab Juli 2009 – vorher gibt es ja noch keine Krise – sofort in die Wirtschaft pumpen. Evtl. kaufe ich mir 8 Liter Diesel und kann damit dann mal ein wenig herumfahren. Mit meinem “alten” Auto, welches ich dann gegen 2.500 Euro verschrotten lasse. Diese 2.500 Euro reichen dann für eine Jahreskarte bei der Bahn. Und damit beginnt das Leben dann erst richtig. Denn Bahnfahren heißt ja: Abenteuer jeden Tag!

Danke Angela M.!

Der Obama-Effekt

oder: Zu gut um wahr zu sein (ein älterer Beitrag von Anfang 2009):

Das war der erste Eindruck beim Anhören von diversen Reden des Mr. O.

“Was für eine Bürde”, wenn er das wirklich machen möchte. Das war die zweite Reaktion.

Und dann (wenn ich unterstellen darf, dass es da jemand ernst meint, was mir – zugegeben-  sehr schwer fällt nach jahrzehntelanger Abhärtung meines guten Glaubens durch Beamte und Politiker unseres Landes) frage  ich mich: Wie stehen denn unsere Politiker und Manager da,wenn Obama wirklich tut, was er sagt.

– Zukunftsträchtige Energie fördern – während unsere Oberliga die Laufzeit der Atomkraft diskutiert und Konzepte unter Einbeziehung erneuerbare Energien in den Schuhbladen der grossen Energiekonzerne verschwinden.

– soziale Gerechtigkeit in den Focus der Politik stellen – während bei uns das Kindergeld um ein paar Euro erhöht wird, die Verschrottung alter Autos zur Stützung der “bedürftigen” Autoindustrie mit 2.500 Euro gefördert wird, die

– Transparenz für alle politischen Entscheidungen – während bei uns der Bürger mit Absichtserklärungen bombadiert wird, bis er nicht mehr weiß, was nun Wahrheit ist, Wahrheit wird oder Wahrsagerei bleibt

– Programm gegen den Lobbyismus – während bei uns die Einflussnahme der Wirtschaft schier keine Grenzen mehr kennt. Sitzen doch Lobbyisten direkt in den Büros unserer Ministerien und fällen Entscheidungen! Von “Spenden” (natürlich ohne jede Absicht auf Einflussnahme ;o)  mal ganz abgesehen. Strafmaß für Vergegen ürbigens –  im Vergleich zum Mundraub z.B. – ein absoluter Witz

– Integrationsprogramme und Toleranz – während bei uns mit Fremdenfeindlichkeit immer noch Wahlkampf betrieben wird und es einfach nicht vorstellbar wäre, dass ein farbiger Mensch hier Kanzler wird

Na ja – kurz gesagt: ich wünsche mir für Deutschland einen Spitzenpolitiker, der Missstände anpackt und die Menschen begeistern und motivieren kann. Dann ginge es bei uns vorwärts. Umweltbewusstes Leben, Lebensplätze vor Arbeitsplätzen, soziales Miteinander und tolerantes Verhalten,  verantwortungsbewusstes Handeln unserer Manager und Leitfiguren, kritische Auseinandersetzung mit unseren Staats- und Arbeitsmodellen, Weiterentwicklung unserer Kultur und eine lebenswerte Umwelt.

Aber woher solche Leute nehmen?

Ach so…

(Älterer Beitrag – von 2009 – aber irgendwie ja immer aktuell)

ACHTUNG: Sie sind Vorstand oder Aufsichtsrat von irgendwas? Dann berechnet sich Ihr Gehalt nun nach den neuen Richtlinien: das Durchschnittsgehalt Ihrer Firma (ohne Vorstand, Aufsichtsrat, etc. – also ohne alle, die nichts Reales produzieren) mal die Zahl der Angestellten (da kann man auch mal großzügig sein und die Praktikanten, Auszubildenden, Wachhunde, etc. mit hinzuzählen) ergibt Ihr neues Bruttogehalt. Bitte machen Sie sich keine großen Sorgen. Die Verantwortung nimmt im selben Maße ab, wie die Auszahlung zu nimmt. Brutto ist in Ihrer Verdienstklasse  (Merke: wer viel verdient, hat sich in Deutschland schon genug verdient gemacht!)  gleich Netto! Um auch im Alter nicht unter zu starker psychischer Last zu leiden, greift bei Ihnen das neue Rentenprogramm: je größer die Probleme, welche Sie hinterlassen, um so eher dürfen Sie in den wohl verdienten Ruhestand gehen – natürlich unter Beibehaltung sämtlicher Be- und Vorzüge. Um das Leid der so  entstehenden vielen Frührentner zu mildern, können diese sich die Rente auch en gros ausbezahlen lassen (was sich empfiehlt, solange noch was da ist!). Das System ist ein nahezu perfektes “Perpetuum Mobile”, da die Bezüge und Renten der Vorstände von den Aufsichtsräten festgelegt wird (in diesen Gremien sitzen auch viele Politiker, was politischen Problemen etwas vorbeugt, die ja nur Zeit und Geld kosten würden). Die Bezüge der Aufsichtsräte setzen dann die (dankbaren ) Vorstandsmitglieder fest. Nun müssen Sie noch ein Steuermodell finden, mit dem das verdiente Geld an der Steuer vorbeigebracht, also umgeleitet wird. Aber auch das ist jetzt kein so richtiges Problem mehr – seit der Globalisierung  gibt es immer ein Land, welches sich auf Ihr Geld freut (und Sie dann im Gegenzug ertragen wird). Und wenn’ s mal schief geht – Milde ist vorprogrammiert: Dann zahlt man eben zwischen 1 und 10% zurück – das hat man bis dahin schon durch die Zinsen eingespielt.

Nun fragen Sie sich: wie kann man da mitmachen? Wo kann man sich bewerben? Tja: entweder reinwählen lassen oder reingeboren werden (das reinwaschen geht dann von selbst). Das zweite ist stets empfehlenswerter. Die Gentechnik wird dies in Zukunft gegen ein kleines Bonusprogramm (Bonus – klar oder?) möglich machen. Dann muss man nicht so tun, als hätte man was zu tun – oder besser nichts damit zu tun…