Was Vati kann…

Was Vatikan, das kann auch Mutti – nämlich einfach nichts tun, still sein, still halten, nicht mal „kein Kommentar“, sondern einfach nichts. Nicht, dass es keine Themen gäbe, zu denen man sich diese Stille wünschen würde, aber in Nordafrika passiert im Moment das, was Frau Merkel mal mit den Ereignissen in unserem Osten verglichen hat. Dabei hatte sie am 22.Februar noch lauthals „…Libyen bei weiterer Gewalt gegen die eigene Bevölkerung mit Sanktionen gedroht…. Sonst werde Deutschland sich dafür einsetzen, dass die internationale Gemeinschaft alle Möglichkeiten nutzt, Druck auszuüben – einschließlich Sanktionen…“ . Tja – blöd – jetzt hört der Typ nicht auf, seine Bürger zu dezimieren. Und die vereinten Streitkräfte sitzen auf Ihren Flugzeugträgern mit Opernglas und  Popcorn sozusagen in der ersten Reihe. Da – Frau Merkel – da sollte  man doch zu seinem Wort stehen und zumindest mal Druck auf die UNO machen, das hier was weiter geht. Sie müssen ja nicht selber hin (das wäre aber sicherlich ein einschlagender Erfolg im wahrsten Sinne :o). Im ersten Schritt könnte man ja  mal ein Waffenembargo umsetzen und nicht nur androhen. Vielleicht fällt den Regierungsmitgliedern in Berlin, die sich heute (Aschermittwoch) nicht beim „größten Stammtisch“ der Welt lächerlich machen (mein Gott, muss man sich da schämen), noch die eine oder andere kreative Lösung für dieses Problem ein (Jaaa – ich weiß – eine echte Schnapsidee. Entschuldigung. Man wird ja noch träumen dürfen) .

Und Vati? Das Schweigen im Walde ist ein Orkan dagegen. Gut – er hat ja am 1. Januar 2011 schon was zum Frieden gesagt und dabei auch deutlich gemacht, das die Regierungen tätig werden sollen, wenn es um die Glaubensfreiheit der Christen im nahen Osten geht. In Libyen gibt es aber kaum Christen. Liegt es daran? Oder hofft Vati auf neue, bald ziemlich leere Missionsgebiete im Süden zur Errichtung einer Enklave auf afrikanischem Gebiet (z.B. für seine ungeliebten  Brüder. Nein nicht die! Die Anderen – ja, die Piusbrüder). Oder ist wieder ein neues Buch in Arbeit? Das letzte Stück über „Kondome für schwule Pfarrer auf dem Strich“ oder so ähnlich, war ja ein echter Hingucker. Und  man muss verstehen, das der Vatikan eher für ewige Zeiträume zuständig ist und auch beinahe genau solange benötigt, um zu einem Statement zu kommen. Ob eine Ansprache vom Balkon was nützen würde, ist ja auch nicht bewiesen. Es kann ja auch nicht jeder Genscher heißen und vom Balkon aus das Ende der Reisebeschränkungen und damit die Freiheit ausrufen (da wären die Balkone aber voll). Also: warum Ressourcen verschwenden. Auch geht mit Beginn der Fastenzeit ja der große Verzicht einher. Wie von der Kirche stets betont wird, ein Verzicht, der wehtun soll. Da fallen klare Entscheidungen und Meinungsäußerungen schon schwer. Also liebe Geistliche: Jetzt gilt es.  40 Tage ohne …   Zumindest ohne Kommentar. Über den Rest schweige jetzt mal ich…

Wetten, dass…

Da hört doch der Gottschalk im Sommer einfach auf mit Wetten dass. Was nun? Es soll ja schon über Nachfolger geredet worden sein, aber was Richtiges war wohl nicht dabei. Es sind ja auch schon ziemlich große Schuhe, in die der Nachfolger da steigt. Es wäre aber jetzt einer frei geworden, dem man Showtalent durchaus bescheinigen kann. Ebenso Beliebtheit beim Volk und einen Hang zur Selbstdarstellung. Das er auch Franke ist wäre ja kein Hindernis – im Gegenteil. Da bleibt der Proporz erhalten. Einzig an der Kleidung und an der Frisur müsste man noch feilen. Ansonsten würde ich vorschlagen: Wetten dass mit  von und zu Guttenberg…

Kein Kommentar

Ehrlich – ich hatte mir gaaanz fest vorgenommen zu dem blöden Doktortitel nichts mehr zu schreiben. Aber Mama Merkel reizt mich einfach so. Sie sagt doch tatsächlich in aller Öffentlichkeit, dass es ihr wurscht ist, ob der „von und zu“  geschummelt hat oder nicht. Merkel betont: „…dass für mich die Frage relevant ist, ob Karl-Theodor zu Guttenberg seine Aufgaben als Verteidigungsminister erfüllen kann und ich mich weniger mit seiner wissenschaftlichen Karriere oder seinen wissenschaftliche Fähigkeiten befasst habe, sondern mit seinen politischen…“. Ah ja. Da stellt sich wieder einmal die Frage, was denn diese politischen Fähigkeiten nun eigentlich sind. Wissenschaftliche Fähigkeiten sind es laut Merkel nicht. Glaubwürdigkeit, Ehrlichkeit und Anstand sind es auch nicht (die schließt Sie mit diesem Freibrief gleich mit aus). Vielleicht sollte ich mal da ansetzen, wo Merkel die Fähigkeiten des „von und zu“ vermutet – in seinem  Amt als Verteidigungsminister. Ja – da könnte klar werden, was ein Minister können muss. Da gab es das komplette Programm: Reformieren – also Sparen an der richtigen Stelle.  Aufklären – also wie zum Beispiel bei der Gorch Fock Affäre. Da setzte „von und zu“ den Kommandanten ab – nur zu dessen Wohl. Guttenberg sagte dazu, die Abberufung von Kommandant Schatz sei nicht nur zu dessen eigenem, sondern auch zum Schutz der gesamten Besatzung geschehen. Der Kapitän eines Schiffes dieser Größe müsse „den Kopf frei“ haben, so Guttenberg im Südwestrundfunk. Oh weh, warum nimmt er dann nicht jetzt mal eine Auszeit. Oder besteht in seinem Amt kein Anlass mehr, sich mal so richtig den Kopf frei zumachen? Aber zurück zu den Ministeraufgaben (der Arbeitstag ist ja noch nicht vorüber): Verantwortung tragen. Das klingt gut. Der Verteidigungsminister ist verantwortlich für die Bundeswehr. In diesem Sinne fliegt „von und zu“ alle paar Wochen mal eben nach Afghanistan und lässt sich die Situation dort schildern. Um das glaubhaft zu machen (Ministern glaubt man irgendwie nicht so richtig!) nimmt er den Kriegsberichterstatter Johannes B. Kerner zur Dokumentation mit. Überraschenderweise ist es – trotz dieses persönlichen Einsatzes – nicht gelungen, die Hintergründe des tragischen Todes eines jungen Soldaten zu klären, der sich zuerst selbst erschossen hat, dann doch von einem Kameraden erschossen wurde – oder auch nicht. Mal abwarten bis Kerners Sendung kommt – vermutlich wird da die Lösung vor großem Publikum aus dem Hut gezaubert und die Todesfälle der Gorch Fock gleich mitgelöst.  Na ja, ich sehe schon, so ein Job wäre nichts für mich. Lieber eine wissenschaftliche Aufgabe übernehmen. Einfach sagen, wie es ist und den Menschen kein A (wie „Anfang“) für ein O (so wie bei „oh, da hat das Geld nicht gereicht“) vormachen. Die physikalischen Gesetze akzeptieren statt zu glauben , das man als einziger fliegen kann. Aber vielleicht zeigt uns der Herr Minister doch noch, das er es kann und Mama Merkel hilft ihm dabei. Schubsen hilft (und hinter ihm steht sie ja schon :o)

Doktorarbeit

Ich schreibe gerade an einer Doktorarbeit. Während ich noch nach passenden Vorlagen suche, höre ich im Radio einen Bericht über einen Adeligen, der sich – auf der Flucht vor Problemen in seinem Königreich – nach Afghanistan absetzt. Zum 9. Mal in 14 Monaten und immer mit der äußerst günstigen Steuerzahler-Airline (Flug nach Mallorca z.B. für nur knappe 50.000 Euro und mit nur 40 Tonnen CO2 Ausstoß). Er will sich somit aus der „Schusslinie“ bringen.  Wie sinnig! Hauptsache er dissertiert dort nicht. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich mich totlachen. Aber was wird dann aus meiner Doktorarbeit? Also fleißig weiter gesucht. Ein Doktortitel ist für eine Karriere im obrigkeitsgläubigen Deutschland einfach unverzichtbar. Zwei Buchstaben (nicht Po) und ein Punkt reichen im Land der Dichter und Denker aus, um jedem was vormachen zu können. Da stellt sich das Vertrauen in Kompetenz und Ehrwürdigkeit des Titelinhabers quasi wie von selbst ein. Manchmal reicht ja selbst die Ehelichung eines Titelträgers zur Erlangung der Ehre (wobei die klassische „Frau Doktor“ ein Revier der Frauen bleiben wird!). Ehrlicherweise sei gesagt, dass die Eheschließung zumindest in irgendeiner Weise eine anständige Gegenleistung für den Titel darstellt, was beim Abschreiben nicht ganz so deutlich gesagt werden kann. Schon gar nicht, wenn das Abschreiben ein „Ghostwriter“ getan hat. „Geisterschreiber“ ist in diesem Zusammenhang auch gut, wenn man bedenkt, dass eine Doktorarbeit auch eine gewisse Präsenz von Geist voraussetzen soll… Hier gilt halt nicht, was in der Politik alltäglich ist: Einer schreibt die Reden, Einer trägt sie vor, Keiner hat sie zu verantworten. Nein – eine Doktorarbeit muss man komischerweise ganz alleine machen. Also kopiere ich noch ein wenig alleine weiter und wenn es  jemand merkt, sage ich halt, ich habe die Fußnote vergessen. Kann ja mal passieren…

Von wegen „verleiht“ Fluegel – das kostet…

Endlich fliegen sie – die Hochleistungsjets der Regierungsfliegerflotte. Acht Flugzeuge der Flugbereitschaft für Kanzlerin und Minister wurden/werden ersetzt. Die „ältesten“ Maschinen davon waren 25 Jahre alt. Neben zwei neuen Airbus A319 und vier neuen Bombardier Global 5000 kommen auch zwei gebrauchte Airbus A340-300 (natürlich mit Spezialumbauten und militärischer Ausrüstung) zum Einsatz. Die Kosten für Kauf und Umbau der Flugzeuge liegen bei ca. 985 Millionen Euro (Gut das man knapp unter 1.000.000.000 Euro geblieben ist! Klingt doch gleich viel besser!).  Nun müssen Frau Merkel und andere Tief-/Vielflieger unserer Regierung nicht mehr mit Honeckers altem Airbus um die Erde eiern. Dank komfortabler Ausstattung (Blick ins Innere gefällig?) werden Entscheidungen im Flugzeug in Zukunft einfacher und mit Sicherheit auch besser. Jetzt kann sie also abheben.

Sich abzuheben haben ja leider nur wenige drauf.

Aegypten und jede Menge Gedanken

Irgendwie habe ich ein komisches Gefühl. Einerseits die Freude über den Umschwung in Ägypten, die Revolution des Volkes und die Möglichkeit, nun was Neues in Gang zu setzen. Andererseits die Angst, ob das auch so wird, wie man sich das vorstellt. Fast zu geräuschlos, zu sanft gibt sich das Militär, welches ja in Ägypten seit Jahrzehnten gut mit und von den Despoten gelebt hat. Sollten sich hier einige „Herrschaften“ nur rechtzeitig auf eine Seite geschlagen haben, von der sie hoffen, nun doch noch ein wenig von den Privilegien und Reichtümern der Vergangenheit in die neue Zeit retten zu können? Ist das reiner Opportunismus? Das alles sind Befürchtungen, vage Vermutungen, die es zu zerschlagen gilt. Ich würde mich freuen, wenn das Volk hier wirklich eine Chance bekommt, einen Staat zu schaffen, der es allen Zweiflern zeigt: die Menschen können auch miteinander. Wie bei den Demonstrationen – Moslems, Koppten und Christen. Alte und Junge, Arbeiter und Akademiker. Ich gönne Euch Allen einen neuen Staat und eine neue Führung in einem altehrwürdigen Land.

Was mit Sicherheit reiner Opportunismus ist, sind die Stellungnahmen der westlichen Politiker. Das Ihr Euch nicht schämt! Vor dem Abtreten des Mubarak einen Eiertanz hinlegen, dass es einem die Schamesröte ins Gesicht treibt und nachher eitel Freude zeigen und Glückwünsche übermitteln. Pfui. Das gehört sich einfach nicht. Aber das es nur noch wenige Politiker mit Anstand gibt, wissen wir ja schon. Der ägyptische-deutsche Politikwissenschaftler Hamed Abdel-Samad hat dies in einigen Interviews deutlich und einfach zum Ausdruck gebracht (sieh auch: Interview in der Neckar-Chronik) – und er hat recht. Wir Demokraten haben eine große Chance vertan, uns auf die Seite derer zu bestellen, welche eine demokratische Wende einleiten wollen. Wir haben – zugunsten der Rüstungslobby und zugunsten alter „Seilschaften“ – gewartet, wie sich die Sache entwickelt, anstatt beherzt die Sache zu unterstützen, voran zu bringen und eindeutig Stellung zu beziehen. Eine einzigartige Chance wäre dies gewesen, eine Demokratie zu fördern (nicht fordern!), welche religionsübergreifend und vorbildlich in Afrika für Furore hätten sorgen können (und vielleicht – so hoffe ich mit Vielen – noch sorgt. Aber eben ohne uns…). Aber Merkel und andere haben plötzlich entdeckt, dass man die Völker selbst entscheiden lassen muss, wie es weitergeht. Das dieser Entscheidung eine Auseinandersetzung des Volkes mit dem Regime vorangehen musste die nicht unbedingt auf Chancengleichheit basierte und nicht, wie eine Parlamentsdebatte , beim nachfolgenden Abendessen ausdiskutiert wurde, hat man mal so einfach akzeptiert. In Afghanistan, im Irak und zahllosen anderen Fällen haben die westliche Staatslenker die Interessen des Volkes noch nicht so deutlich entdeckt. Da war es opportun, jedem seine Meinung aufzudrücken und – nachdem man die Despoten vorher militärisch aufgebaut hatte – nachher Alles in Klump und Asche zu bomben. Gut, es hat ein Umdenken stattgefunden. Auf dem kleinsten möglichen Nenner sozusagen. Wir (zusammen mit unserem Vorbild USA) sind nicht in Ägypten eingerückt. Das liegt vielleicht aber auch an der etwas klammen Kassenlage und evtl. doch daran, dass mit dem Militär an der Spitze die Grundlagen für eine weitergehende gute Partnerschaft (heißt ja meist wirtschaftliche „Verträglichkeit“, Schutz unserer Rohstoffzufuhr und Transitwege) gelegt sind. Demokratie im  europäischen Sinne („Wer zahlt schafft an“) stellt sich dann schon wieder ein…

Bild Dir Deine Meinung

Wenn man verfolgt, was über Schulen und Lehrer, Schulssysteme, Schulreformen, Neubauten und Geld in der Presse berichtet wird, möchte man meinen, Bayern sei eines der innovativsten Länder der Erde, was die Schulbildung angeht. Hier z.B. der Schlagabtausch des selbsternannten „Schulbaumeisters“ Spänle (bay. Kultusminister), der soviele Lehrer wie noch nie eingestellt hat. Hier die Aufstellung zum selben Problem vom BLLV (Bay. Lehrerinnen und Lehrer Verband) oder auch die Pressemitteilungen vom bay. Philologenverband. Einfach nicht zu überschauen und – selbst für Mathematiker – nicht mehr nachzuvollziehen. Ich würde mir wünschen, das die Herrschaften im Ministerium sich doch einfach mal Informationen aus erster Hand besorgen sollten. Es geht ja schlußendlich nicht um die Rechtfertigung Ihres Haushaltsentwurfes sondern um das, von der CSU so hoch gelobte, Ausbildungssystem in Bayern. Es geht um unseren Rohstoff Nummer 1: die gut ausgebildeten Fachkräfte, oder? Zahlen sind geduldig und können – gerade beim Prozentrechnen – die unglaublichsten Kunststückchen. Reden Sie doch mal mit den Lehrern und Schülern. Eindeutige Aussage: Schlechter geht es kaum noch. Stunden fallen in Massen aus, der Stoff wird komprimiert (ein einfaches Wort für: lernt das dann mal zu Hause!) und Frust an allen Ecken und Enden. Von G8, Schulzusammenlegungen, langen Schulwegen, geschlossenen Schulen, Renovierungsstau, gestressten Lehrern und genervten Eltern war hier noch gar nicht die Rede. Ach ja, die lieben Schüler hätte ich ja fast vergessen – ist aber auch nichts Neues. Euch, liebe Schüler ist dieser Spruch gewidmet: „Nicht in der Schule, sondern zuhause lernt man!“ (oder so ähnlich…)

Danke Frau Aigner

Danke, das Sie mir erklärt haben, das es Gesetze gibt, welche es tatsächlich erlauben, Firmen, welche Futter vergiften, juristisch zu belangen. Aber das war gar nicht die Frage! Die Frage ist eher, warum Sie, Frau Aigner, als Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, nicht schon längst in dieser Richtung tätig geworden sind? Hier vergiften Menschen unsere Nahrung, schaden der Landwirtschaft und Sie schützen die Verbraucher eben nicht. Äußerst unprofessionell Frau Aigner. Jedem Schüler hätte man für so eine „Leistung“ eine glatte 6 erteilt, als Angestellte wären Sie schon lange raus geflogen. Als Ministerin nicht – klar – wohin auch?

P.S. (das hat jetzt nichts mit Autos zu tun, Frau Aigner!): Das Sie uns die Pestizide nun mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner der EU ins „Haus“ holen, ist eine Riesensauerei. Dazu fällt mir  nichts mehr ein. Sie sollten vielleicht nochmals über den Sinn Ihres Amtes und Ihres Ministeriums nachdenken („Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz“ und nicht „künstliche Ernährung, weg mit der Landwirtschaft und Verbraucherentsorgung“).

Merkel nach Israel abgereist

Ein Abflug kann so schön sein...

Frau Merkel ist nach Israel abgereist.

Gerade tauchen vor meinem geistigen Auge unendliche Möglichkeiten auf. Die Kruste über der Regierung lichtet sich, Lösungen werden produziert, effektive Gespräche dürfen offen und frei geführt werden. Der Klammergriff der Miss „Teflon“ öffnet sich, man holt Luft und frischer Wind weht durch das Parlament, da… ja, da höre ich, das Sie wieder zurückkommen wird…

Leih mir mal Arbeit

Die Zahl der Zeitarbeiter in Bayern ist dem DGB zufolge weitaus höher als bisher angenommen. Eine vom Gewerkschaftsbund Bayern in Auftrag gegebene Studie kommt auf zurzeit rund 200.000 Leiharbeiter. Laut Bundesagentur für Arbeit lag die Zahl im vergangenen Oktober nur bei 115.000. Doch in deren Statistiken tauchten zum Beispiel konzerninterne Verleihfirmen nicht auf. Zudem steige die Leiharbeit zurzeit stark an, in Nordbayern mehr als im Süden. Darauf weist Bayerns DGB-Chef Jena hin. Nach seinen Worten seien Leiharbeiter zudem oft unterbezahlt. Im Schnitt erhielten sie nur halb so viel Lohn wie regulär Beschäftigte.

Dazu folgendes Szenario: Eine Firma entlässt Angestellte (natürlich um zu rationalisieren, also um „Arbeitsplätze zu sichern“). Die Entlassenen gehen zwangsläufig zur Arbeitsagentur um die eigene Existenz zu sichern. Dort vermittelt man Ihnen einen Job bei einer Leihfirma, die gerade viele Jobs zu vergeben hat. Diese Jobs sind zwar extrem schlecht bezahlt, aber die Agentur zwingt die Leute in diese Leihfirmen, da sonst die Bezüge gestrichen werden. Nun ist man also „Leiharbeiter“ und – es kommt ganz toll – man arbeitet sogar wieder in seiner alten Firma – für die Hälfte und ohne jeden Kündigungsschutz. Wieviele Arbeitsstellen so schon „umgewandelt“ wurden, steht nicht fest, sieht man sich aber die Diskrepanz der offiziellen Angaben zu den Zahlen an, welche der DGB herausgefunden hat (siehe oben), fällt es einem nicht schwer, auch hier ein Dunkelziffer zu erahnen, die einem die Schamesröte ins Gesicht treibt. Was für armselige Spiele werden hier gespielt?