Erpresser

Die bayerische Sozialministerin (!) Haderthauer und der bayerische Innenminister Herrmann fordern harsch die Asylbewerber, welche in München für Ihre Rechte und die schnelle Asylantragsbearbeitung in den Hungerstreik getreten sind, auf, diesen Streik zu beenden und die Erpressung (!) einzustellen (siehe dazu die Süddeutsche vom 26.6.2013 bzw. den Münchner Merkur vom 27.6.2013).

Da fragt man sich doch, was für Pfeifen eigentlich bei uns Minister werden dürfen, wenn denen nicht einmal die gängigsten Begriffe klar sind und sie mit unflätigen Beschimpfungen um sich schmeißen, welche nur der Diffamierung dienen und dem Verschleiern der eigenen Unfähigkeit.

Laut Wikipedia versteht man unter Erpressung folgendes: Bei der Erpressung versucht ein Erpresser, sich selbst oder Dritte rechtswidrig durch Gewalt oder durch Androhung eines empfindlichen Übels zu Lasten eines anderen zu bereichern. Insofern ist die Erpressung von der Nötigung zu unterscheiden, die keine Bereicherungsabsicht oder Vermögensschädigung voraussetzt. Als rechtswidrig gilt die Tat, wenn die Zweck-Mittel-Relation zwischen der Nötigungshandlung, also der Gewalt oder der Drohung und dem angestrebten Nötigungszweck als verwerflich anzusehen ist.

Hier richtet sich das „Übel“ einzig und alleine gegen die sogenannten „Erpresser“.  Menschen, die bei uns keine Rechte haben, welche nicht wählen dürfen, keine Stimme haben, keine Lobby und schlicht und ergreifend auf der Flucht sind (selbst die Flucht vor Armut ist ja ein Grund, dem sich mal stellen sollte). Von Bereicherung kann ja kaum die Rede sein, denn „Reich“ wird ja bei uns etwas anders definiert, als in den Ländern, aus denen diese  Menschen kommen. Sie sind vielleicht reich an Erfahrung, benötigen jetzt aber jemanden, der Ihnen die Hand reicht und nicht diese polemischen Spitzfindigkeiten mit denen Politiker sich hierzulande den Tag vertreiben!

Und bitte nicht vom Geld reden! Wir verbrennen gerade Millionen für unnütze Wehrtechnik, verschenken über sogenannte Bankenrettungen Hunderte von Milliarden an Menschen, die wirklich Alles haben und uns – wenn man hier schon Erpressung thematisieren will – wohl eher erpressen, als diejenigen auf dem Rindermarkt!

Ist es nicht eher so, dass diese Politiker in ihrer Selbstgefälligkeit so weit gehen, das jedwede Kritik Mundtot gemacht werden soll, um ihr schönes Selbstbild nicht zu gefährden?

Sozialministerin – warum machen eigentlich bei uns alle Minister immer das Gegenteil von dem, was mit dem Titel als Aufgabengebiet umrissen wird. Sozial ist an dieser Verhaltensweise sicher nichts! Warum kümmert sich Frau Haderthauer nicht um diese Menschen, deren Unterkünfte und Bedürfnisse.  Warum zeigen sie (die Politiker) nicht Herz (und Verstand) und untermauern unser Selbstverständnis von Demokratie und „Willkommenskultur“ auch durch angemessene Taten? In den „Sonntagsreden“ wird immer „unterstrichen“, das man alle willkommen heißt, das man humanitäre Hilfe zur Verfügung stellt und menschenfreundlich ist. In der Realität ist unsere politische Spitze in Bayern und im Bund nicht mehr fähig menschlich zu kommunizieren. Es wird nur noch geknüppelt – physisch ganz real oder auch rhetorisch – Hauptsache es ist „Ruhe“ – bis hin zur Grabesruhe.
Wie ist denn die Einstellung unserer Politiker zu Hungerstreiks anderer? Wie wären Herrmann und Haderthauer denn wohl z.B. mit Ghandi umgegangen? Etwa wie Winston Churchill es geplant hatte (und der wohl sein Leben lang froh war, das es so nicht gekommen ist!)?
Ich plädiere für mehr Menschlichkeit, für Toleranz und die Einsicht, das man nicht über Menschen urteilen sollte, die man gar nicht kennt. Also Frau Haderthauer, Herr Herrmann: leihen Sie sich von Horst Seehofer die Rot-Kreuz-Jacke und machen Sie sich vor Ort ein Bild. Besuchen Sie die Asylantenunterkünfte. Überlegen Sie, wie lange Sie selbst so leben könnten, was die Menschen durchgemacht haben und wie wir sie behandeln. Sie repräsentieren uns Bürger und das sollten Sie mit Würde und Anstand tun! Arschlöcher laufen schon genug herum, da müssen Sie sich nicht bemühen…

Solidaritaet

Solidarität ist kein Fremdwort – selbst in dem sonst so als „unterkühlt“ und „funktionsgesteuert“ bezeichnetem Deutschland.

Da stellen sich plötzlich tausende Studenten in den Dienst von völlig Unbekannten. Sie schaufeln, schuften und schaffen und generieren eine Studentenbewegung, welche selbst eingefleischten „ewig gestrigen“ die Tränen in die Augen treibt (einer von vielen Berichten darüber liest sich in der Süddeutschen so: Süddeutsche)

Da ruft eine Facebookgruppe des VFD (Vereinigung der Freizeitreiter & -fahrer Deutschland e.V.,  www.vfdnet.de) alle Pferdestallbesitzer auf, doch bitte dringend kostenlose Stellplätze für obdachlos gewordene Pferde der Flutopfer zur Verfügung zu stellen und es melden sich ad hoc (bis 6.6.2013) 800 (!!!) Plätze für 2 und mehr Pferde (hier zum Nachlesen in Facebook: www.facebook.com/groups/hochwassertiere/)

Und das sind nur zwei  Beispiele von vielen!!

Das finde ich so schön, das mir die „Wahl-Tourismusbesuche“ unserer Politiker nahezu „am Arsch“ (Entschuldigung, ab er das musste sein) vorbeigehen.

Ich würde mich jedenfalls bodenlos schämen, mich in einer BRK-Jacke ins Krisengebiet fliegen zu lassen (siehe Augsburger Zeitung), um dort halbseidene (quatsch: ganz seidene) Versprechen abzusondern, welche – laut Wahlberatung – ein paar Stimmen bringen könnten.

Sowohl Merkel als auch Seehofer und alle die anderen „Profi-teure“ hätten auf die Flüge verzichten sollen, dann wären schon mal ein paar 10.000 Euro in der Krisenkasse.

Fossile Politik

Als „Fossil“ bezeichnet man jedes Zeugnis vergangenen Lebens aus der Erdgeschichte. Klar, da gehört das Leben der letzten fünfzig Jahre auch dazu. Aber wenn man sich die Wandlungen der letzten Jahre betrachtet, kann man nicht umhin, zu bemerken, dass die Fossile nicht mehr so lange benötigen, wie früher, um wirklich alt aus zusehen. Politiker zum Beispiel, die nur den fossilen Brennstoffen und den damit verbundenen Techniken huldigen, werden sich – schneller als gedacht – in irgendwelchen Sammlungen der Zeitgeschichte wiederfinde. Die Kinder vor der Ausstellungsvitrine fragen dann mit großen Augen: „Haben die denn nicht lesen können? Auch 2011 gab es doch schon genügend Berichte, die das Ende der fossilen Brennstoffe vorgesehen haben?“ „Doch“, sagt der Sammlungsleiter dann, „sogar genau, aber es war Ihnen wichtiger, Geld zu verdienen, ihre Macht zu behalten und eine kurze Zeit des Erfolgs. Und dann musste man ja noch die Reste der Atomenergie beseitigen. Das hat alles gekostet – vor Allem Zeit.“ Tja – so wird es wohl kommen – wenn wir Glück haben.

Es ist eben einfach nicht zu verstehen, warum sich unsere Politik – oft sogar gegen die erbitterten Widerstände der Bevölkerung – in Projekten verbeißt, welche vermutlich vor der Fertigstellung schon durch die immense Treibstoffpreiserhöhungen, Rezessionen und Strukturwandel ad absurdum geführt werden. Warum z.B. sollen wir in Bayern am MUC II eine dritte Startbahn benötigen? Die Lufthansa und Air Berlin, die beiden größten Fluglinien Europas, bauen ihren Flugzeugbestand ab und gehen auf Sparkurs, weil die Passagierzahlen zurück- und die Treibstoffpreise unkalkulierbar hochgehen. Wer wird sich in zehn Jahren, wenn die dritte Startbahn fertig ist, denn noch einen Flug leisten können (oder wollen)? Vielleicht wäre es uns dann lieber, die Felder ständen noch zur Verfügung, um Lebensmittel anzubauen, denn den Import von billigen Lebensmitteln kann man mit steigenden Preisen beim Treibstoff auch vergessen. Und das die Preise steigen werden, ist unbestritten. Selbst wenn die Erdölförderung weiterginge wie bisher, wird der Weltbedarf für eine enorme Steigerung sorgen. Aber es ist klar, dass die Öl- und Gasreserven endlich sind. Kunststoffe und Medizin sowie die dringend nötige Versorgung von Fahrzeugen zur Lebensmittelproduktion und für Industrie und Handwerk werden weltweit den Löwenanteil des teuren Rohstoffes einfordern. Überflüssige Transporte, sowie z.B. der Schweinehälften von Holland nach Parma und zurück als Parma-Schinken in den Norden Europas und wieder zurück nach Süden über die Zentrallager der Discounter und wieder zurück in die Läden vor Ort, wird es dann einfach nicht mehr geben. Wozu also Autobahnen aufrüsten für den, simpel vom heutigen Stand der Dinge hochgerechneten, Bedarf von 2050, ohne auch nur ein einziges Mal daran zu denken, wer die Dinger denn dann noch benutzen soll. Gut, elektrisch kann man fahren, aber auch nur, solange Energie genug da ist. Wird zum Beispiel das Heizen oder Produzieren mangels Alternative auch auf elektrische Energie umgestellt, wird diese Energie nicht für den Standard von heute reichen – schon gar nicht, wenn auch andere Menschen unseres Erdballs daran teilhaben wollen.  Also sollten unsere „Fossis“ mit aller Energie daran arbeiten, diesen Fahrplan für eine umfassende Energiewende auf die Reihe zu bekommen.  Und da kann es nicht heißen: „Mit was fahren wir dann?“ Sondern es muss heißen: „Erstens <Sparen> und zweitens >alles auf den Prüfstand>. Welche durchschlagende Erfolge man beim Einsparen haben kann, zeigt z. B., auch das Buch von Ernst Ulrich von Weizsäcker, Karlson Hargroves und Michael Smith „Faktor Fünf“. Ohne wirklich auf wichtige und gewohnte Lebensstandards verzichten zu müssen, sondern eher noch mit einer Steigerung der Lebensqualität verbunden, wäre die 5-fache Ausnutzung des Energie- und Ressourcenpotentials möglich, wenn alle Register gezogen und all unser Wissen geschickt und intelligent genutzt würde. Dazu benötigen wir aber erst einmal die Lösung der Politik von der Klienten-Politik, vom Lobbyismus und der Wahnsinnsidee vom unbeschränkten Wachstum. Hierzu hat z.B. die ÖDP hervorragende Ansätze erarbeitet, die in jeder politischen Partei umgesetzt werden könnten. Fossile Energie – was war das gleich wieder? Ach ja: irgendwas mit C (über 80% CO), genau wie in den fossilen Parteien…

Kann ein Hosenanzug den Charakter verderben?

Diese Frage kann man mit einem deutlichen „Ja“ beantworten – sofern ein Charakter vorhanden ist, welcher noch nicht den Bodensatz erreicht hat. Was will man noch verderben, wenn schon alles verdorben ist. Dennoch wirft diese Frage Fragen auf. Bei manchen Menschen spielt die Kleidung ja scheinbar gar keine Rolle. Denkt man hier z.B. an Ghandi. Der konnte auch im Lendenschurz Millionen Menschen überzeugen und tut es auch nach seinem Tot heute noch. Kaum jemand zweifelt an seinen guten Absichten und an seiner positiven Wirkung. Da kann einfach kein Hosenanzug mithalten.

Dennoch hat auch so ein Hosenanzug seine guten Seiten. Er verdeckt einfach vieles. In Zeiten wie unseren will man ja auch nicht mehr alles sehen. Es gibt einfach zu viel Leid,als das man es noch ertragen könnte.  Da wäre zwar Mutti im Lendenschurz keine übermenschliche Belastung, aber – nein! Außerdem hat so einen Hosenanzug wesentlich mehr Taschen als ein Lendenschurz, was ein wesentlicher Vorteil ist, wenn man moderner Politker(in) ist. Das Leben ist heute nicht mehr so einfach wie zu Ghandis Zeiten. Mutti kann nicht so einfach in den Hungerstreik treten (obwohl – na lassen wir das). Wenn man in Arabien dringend Panzer braucht um gegen den Pöbel ein wenig etwas zu unternehmen, muss man einfach handeln. Die Dinger müssen unters Volk. Bei uns wegen des Aufschwungs und in Arabien wegen der Menschenrechte. Das ist schwer zu erklären, aber – je nachdem, wer es erklärt – hat das ja auch was. Auch ein Scheich ist nur ein Mnesch. Es ist ja nicht so wie in Libyen. Dort ist der Fall ja wesentlich klarer – jetzt wieder oder noch nicht ganz, oder – ist ja eigentlich auch egal. Hauptsache das Öl läuft. Und das man mal seine Meinung ändert, ist ja nun auch nichts besonderes mehr. Das ist ja quasi schon Politprogramm. Und wenn es mal anders kommt – wir kennen ja die Schwachstellen unserer Panzer: der Spritverbrauch und die erhöhten Abgaswerte – also nichts wie weg damit!

Aber zurück zu den Taschen im Hosenanzug: Da kann man einiges verschwinden lassen. Man kann „es“ von einer Tasche in die andere transferieren, man kann sogar andere in die Tasche stecken oder sich die Taschen füllen! Wie, bitte schön, soll das im Lendenschurz gehen? Unsere Politikerinnen wissen schon, was sie tun. Auch wenn es derzeit nicht so aussieht. Ich bin sicher: das werden wir dann schon verstehen, wenn es zu spät ist. Und in diesem Fall ist ein Lendenschurz dann auch keine Lösung mehr – wir sind ja schon gestraft genug.

Bei Dilettanten handelt es sich nicht um Verwandte

G8

Das es sich bei Dilettanten – im Grundsatz – nicht um Verwandte handeln muss (wie zum Beispiel bei der herkömmlichen „Tante“), wird schnell klar, wenn man sich erkundigt, was das Wort bedeutet. Wikipedia schreibt: „…Ein Dilettant ist ein Nicht-FachmannAmateur oder Laie…“. Das kann nun auch ein Verwandter sein, aber  wie gesagt – das ist keine zwingende Bedingung. Will man Dilettanten in freier Wildbahn sehen und beid er Ausübung ihres Schaffens, schaut man sich das bayerische Schulwesen an (Nur als Beispiel! Man könnte ebenso gut bei der Bundeswehrreform zuschauen, bei der Planung und Durchführung des BundesFreiwilligenDienstes, beim Planen unserer Strassen und Verkehrswege oder beim Atom-Aus-Ein-Aus-Ein-Ausstieg oder so…). Beim Betrachten des Geschehens fällt auf, dass Frau Hohlmeier (damals noch bayerische Bildungsministerin – das war ja sowieso ein Knaller) sich bei ihren Tätigkeiten genau an die obige Beschreibung gehalten hat (und wohl noch hält). Mehr „Nicht-Fachmann“ ging praktisch nicht und so wurde die Einführung des G8 Gymnasiums (Kurzbeschreibung: statt in 9 Jahren lernst Du einfach alles in 8 Jahren. Damit ist dann der Lehrermangel behoben, der Staat spart sich ein wenig Geld und die Jugend kann jobben um sich das Geld für die Studiengebühr zu verdienen…) ein Desaster. Vorläufig letzter Akt in diesem Trauerspiel: Herr Spänle (der ist jetzt bayerischer Bildungsminister. Mir kommen die Tränen – es geht tatsächlich immer noch besser, wenn man das unter dem Aspekt des gelebten Dilettantismus sieht!) justiert die Abiturnoten der G8 Schüler nach, um ein besseres Schnitt-Ergebnis zu erzielen und brüstet sich dann mit einer  erfolgreichen Einführung des neuen Gymnasiums. Toll – so kann ich das auch. Aber ich will mich ja nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis bemühen 😉

Eine Sache noch. Wikipedia schreibt zum Dilettanten noch: „…Der Dilettant übt eine Sache um ihrer selbst willen aus, also aus privatem Interesse oder zum Vergnügen..“ . Das macht mich stutzig. Vielleicht ist Herr Spänle dann doch kein Dilettant sondern eher ein Ignorant? Was aber passt, ist dann das Schlusswort der Erklärung zum Dilettanten: „…In der heutigen Umgangssprache wird der Begriff meist negativ wertend verwendet, wenn eine Tätigkeit unfachmännisch, unsachgemäß, fehlerhaft, stümperhaft, oberflächlich, somit dilettantisch ausgeführt wurde…“. Perfektion bis ins Detail.

Land des Laechelns

Das „Land des Lächelns“ war für mich bisher stets eine Operette mit romantischer Musik. China wird darin und generell , wohl wegen seiner stets lächelnden Menschen, als „Land des Lächelns“ bezeichnet. Wobei ich hier aus eigener Erfahrung sagen kann, dass die Menschen wirklich fröhlich und zum allergrößten Teil sehr nett sind. Das den Menschen dort das Lächeln nicht vergeht, ist für mich, angesichts der rigorosen Regierung, der stetigen Restriktionen und der harten Arbeit das Wunder. Was mich nicht wundert ist aber die Tatsache, das Deutschland nicht als „Land des Lächelns“ bezeichnet wird. Erstens nehmen wir das Leben viel zu ernst und unsere Regierung nicht auf die leichte Schulter (na ja, ist ja verständlich bei dem Übergewicht – nicht nur dem politischen Übergewicht der Schwerfälligen, Käuflichen und Unfähigen). Zweitens fällt es vielen Deutschen schwer zu lächeln (schon gar nicht, wenn einem eben nicht danach ist). Unsere First Lady „Mutti“ macht das ja stets und überall vor. Selbst wenn sie lächelt, sieht das irgendwie bemüht aus. So wurde, wie aus gut informierten Kreisen verlautbart wurde, vor einigen Jahren in neuen Fotoapparaten eine Automatik eingebaut, welche den Auslöser nur dann freigibt, wenn das Foto-Objekt LÄCHELT! Das war 2008. Heutzutage wird diese Lächelautomatik nur noch in Hobbykameras eingebaut, weil alle Profi-Fotografen sonst, mangels Fotos, dem Hungertod geweiht wären. Schade eigentlich. Wo ein wenig Lächeln uns allen doch so gut täte – mich eingeschlossen. Deshalb jetzt, zum guten Schluss –  noch die Musik zum Thema 🙂

Wohin der Wind sie weht…

Ist es nicht erstaunlich, welches Schauspiel sich einem bietet, wenn man den Naturgewalten zusieht? Eben noch ist Alles sicher und ruhig, dann kommt Wind auf. Die ersten zarten Zweige und Blätter wenden sich und weichen dem Druck. Der Wind nimmt zu und ich kann die Kraft darin erahnen. Wäre das schön, diese Kraft nutzen zu können. Ich habe es noch nicht zu Ende gedacht, da geht unsere Regierung – wie gewohnt – mit Energie und visionärer Kraft voran. Sie lässt ich einfach vom Wind treiben! Wie einfach das Prinzip ist. Warum bin ich nicht schon eher darauf gekommen. Weiche dem Druck, lass ab von Deinen Prinzipien, reite keine „toten Pferde“, wirf die Konventionen über Bord, brich mit Deinen Vertrauten, schlage die Hand, welche Dich füttert, wende Deinen Hals, widersprich Dir selbst, sei ganz Du selbst, sei ganz Politiker.

Nicht, das mir die neue Richtung in der Energiepolitik nicht gefiele, aber ich kann meine Angst einfach nicht unterdrücken. Wie das jetzt ging, wo das uns jetzt hinführt, wer jetzt das Sagen hat. Ich kann es mir nicht mehr vorstellen. Es fehlt an jeder fundierten Analyse, es gibt keinen Plan und schon gar keinen Masterplan mehr. Und dies gilt nicht nur in der Energiepolitik. Es gibt kein Thema mehr, in welchem nicht sinnlos, maßlos, ziellos (wenn man von der Gewinnmaximierung mal absieht), verantwortungslos herumgedoktert (schönen Gruß an dieser Stelle an KT) wird. Nix ist fix. Alleine das Wort „Reform“ lässt mich erschaudern. Wer eigentlich regiert, das ist ja mittlerweile klar. Geld regiert die Welt! Aber ist es das, was wir brauchen? Ob Pharmakonzerne, Energiekonzerne, Medienkonzerne, Lebensmittelkonzerne, Chemieriesen, Autogiganten, Banken, Versicherungen, und all die anderen Wichtigen und Wichtigtuer. Sie alle haben eines gemeinsam – sie verpflichten sich nur dem Gewinn. Ist es aber nicht unsere Aufgabe, auch noch ein paar Lebensplätze für unsere Nachkommen zu erhalten, die Welt einen Tick besser zu hinterlassen, als wir sie vorgefunden haben, die anderen Lebewesen in Ihren Rechten auf diesem Planeten mit in unsere Pläne einzubeziehen (und zwar nicht nur als Steak oder Biodiesel)?

Was man tun kann? Darauf gibt es soviele Antworten, dass ich lange gebraucht habe, um exemplarisch eine auszusuchen. Dabei ist die Antwort sehr einfach: Weniger kaufen, weniger verbrauchen, gezielter Handeln! Sofort! Nicht morgen, jetzt!

Alle Konzerne haben eine Schwachstelle: sie leben vom Konsum. Sie folgen blind und taub den Umsatzzahlen. Hier müssen wir Verbraucher unsere Chance sehen. Eine Woche Boykott (siehe mal E10…) und schon klingeln in den Konzernzentralen die roten Telefone.  Folgen wir alle der Regel „10% weniger“ und die Welt sieht in in wenigen Wochen schon viel besser aus.

Nur ein Beispiel: 10% weniger Fleischkonsum wäre kein wirkliches Problem für niemanden in Deutschland. Ergebnis: es wäre gesund, wirkt gewichtsreduzierend, energiesparend, CO² mindernd, tierschutzrelevant, etc. Das eingesparte Geld geben wir für bessere Qualität (z.B. regionalen Bezug der Ware, bessere Tierhaltung, etc.) des verbleibenden Fleischkonsums aus und lösen damit sofort eine zweite Welle der Verbesserung aus. Und so weiter. Das ist eine Reform, die sofort Erfolg zeigt. Das persönliches Ego wächst, die Gesundheit profitiert, die örtlichen Versorger profitieren, die Umwelt profitiert und die Tiere leiden weniger. Gut – der Profit einiger Milliardäre wird schrumpfen, aber ich denke, das wird zu verkraften sein. Das ist eine Reform, die wirklich Spaß macht. Man kann aber natürlich auch warten, bis der Wind die Politik dorthin weht, wohin man sie haben möchte. Aber das heißt: Warten – und warten –  und warten – und warten – und warten – und warten – und warten…

und jetzt der Wetterbericht…

Nein, nicht wirklich der Wetterbericht. Aber nachdem Politik in Deutschland ja nun parallel zur Jahreszeit und dem Wettergeschehen gemacht wird, ist es nur legitim, die Nachrichten (dieses Wort besteht im übrigen aus „Nach“ und „Richten“. „Geraderichten“ wäre ja auch mal schön) nun auch entsprechend umzubenennen. Wie ich darauf komme? Nun, es war Alles in schönster Ordnung, bis neulich die Uhren umgestellt wurden. Schwarz/gelb beschloss (Nicht ahnend, was das bewirken würde): „Da machen wir jetzt mal mit!“ und stellten nicht nur die Uhren um sondern ließen sie auch gleich rückwärts laufen. Der Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg (oder so ähnlich) wurde gestartet. Die Rücknahme aller Versicherungen von „Vorgestern“ (Sicher ist sicher!) und die Behauptung des Gegenteils war opportun (eben wie beim Wetter: Gestern noch saukalt und Gänsehaut, heute schwitzt man bei derselben Tätigkeit). Nun ist die Umstellung der Uhren noch nicht ganz geschafft, da kommt schon der Frühling. Alles wird grün – na ja, zumindest etwas wird grün. Da wollen jetzt auch alle mitmachen. Eingefleischte Kernspalter werden plötzlich Windfans und alte Seilschaften schneiden – Mir nichts, Dir nichts (sehr passend. Sollte evtl. aber etwas deutlicher geschrieben werden: „Bleibt mir nichts, bleibt Dir auch nichts!“) –  die Seile durch. Dann kommt der April: „Der weiß nicht was er will“ sagt schon ein altes Sprichwort. Leichte Böen ziehen durch die Regierung und wehen mit leisem Rascheln die Westerwelle davon. In diesem kleinen Anflug von Sturm drohen nun – ganz April – neben einigen Einstellungen – auch einige Lobbyvorteile davon geschwemmt zu werden. Schade um die Steuervorteile, aber keine Angst, Herr Rösler hat ja ganz andere Connections. Nun sind eben mal die Pharmas dran. Das sollte man verstehen. Es wird mal wieder etwas kühler, manchen trifft der Niederschlag und der Bürger muss sich insgesamt warm anziehen. Man weiß im April nie genau, wie das Wetter morgen wird und länger wie drei Tage hält keine Prognose – wie in der derzeitigen Politik. Eines ist beim Wetter aber sicher: Nachts ist mit Dunkelheit zu rechnen und Morgen wird es wieder heller – was man bei der Politik leider nicht mit Sicherheit sagen kann…

Zeil und die AKWs

Sehr geehrter Herr Zeil,

dass Sie eine Abschaltung der bayerischen AKWs mit der Begründung ablehnen, Bayern sei ein Land ohne Bodenschätze und deshalb auf den „selbst gemachten“ Atomstrom angewiesen, ist in Zeiten der Globalisierung ja wohl wirklich an den Haaren herbeigezogen. Bei jeder Gelegenheit wird uns Bürgern unter die Nase gerieben, dass man dies und jenes akzeptieren müsse, dieser und jener Import nötig sei, diese und jene Zahlung getätigt werden müsse, weil es die Globalisierung erfordere. Nur im Energiehaushalt soll dies nun plötzlich nicht mehr gelten? Sie wollen doch nicht allen Ernstes behaupten, wir hätten bisher nur eigenen Strom verbraucht? Wir kommen doch um eine – mindestens – europaweite Betrachtung der Lage gar nicht herum. Kleinstaatliches Denken steht Ihnen nun wirklich nicht gut, wo die FDP doch so große wirtschaftliche Ziele verfolgt. Wem wollen Sie denn was verkaufen, wenn Sie selbst die Märkte dicht machen? Strom ist auch Ware, das sollten Sie doch wissen. Ach ja Herr Zeil: Bayern hat kein einziges Uranvorkommen und Kernkraft wächst auch nicht auf den Bäumen (Oder haben Sie das mit Kernobst verwechselt)?

Aber sicher

Wir haben ja schon in der Schule gelernt, dass vielfaches Wiederholen sicher macht. Auch bei der Bundeswehr geht man nach ähnlichen Schemata vor. Wiederholung der Abläufe schafft Sicherheit. Ganz sicher bin ich mir nicht, ob Mutti dies als Grundlage Ihrer Politik einsetzt und deshalb so oft wiederholt, dass Atomkraftwerke in Deutschland (Deutschland! Das wird hier nochmals und wiederholt hervorgehoben!) sicher sind. Falls diese Grundlagen aber richtig sind, sind unsere Atomkraftwerke (also diejenigen in Deutschland) absolut sicher. Jetzt ist man sich bei der Union nicht mehr sicher, wie das mit den anstehenden Wahlen ausgehen wird (während die deutschen Atomkraftwerke sicher sind!). Um hier sicher zu gehen, setzt man die Laufzeitverlängerung 3 Monate aus. Wie das geht, da bin ich mit nicht ganz sicher. Schaltet man die jetzt mal eben ab (einfach „Reset“ drücken. Wir Technikfreaks kennen das ja…absolut sicher) oder brauchen unsere Spitzenkräfte 3 Monate, um ganz sicher zum sicherlich gleichen Ergebnis wie heute zu kommen (Atomkraftwerke in Deutschland – in Deutschland – sind sicher!)? Sicher wäre dies ein guter Weg um dem geschätzten Wähler (man schätzt 2% könnten wegen diesem Atomgedöns tatsächlich der CDU in Baden Würtemberg die Stimme verweigern. Upps, das sind ja mit den 2% wegen Stuttgart 21 schon…Moment. Ohh –  ich verstehe nur Bahnhof), also um dem geschätzten Wähler die Sicherheit zurückzugeben, die man in der Partei so dringend braucht. Sichere Mehrheiten. Ohne Mehrheit sicher keine Laufzeitverlängerung, ohne Laufzeitverlängerung sicher kein Geld von den Stromern, ohne Geld sicher keine Werbung, ohne Werbung sicher keine Mehrheiten. Das ist sicher unangenehm! Wir nutzen die Pause für eine kleine Information: „Deutschland ist sicher!“ Ähh quatsch: „Die Atomkraftwerksbetreiber verdienen sicher!“ Oder war es: „Wir verdienen sicher nichts Anderes als Atomkraft!“? Und wenn was passiert – wir können sicher sein, dass es keiner war! Das ist dich schon mal was. Menschen brauchen einfach Sicherheit. Sicherlich spielen ja auch viele Atomkraftbefürworter Lotto. Da ist Ihnen das kleine „Restrisiko“ kein Hindernis (beim Lotto heißt das übrigens „Chance“!).  Beim Lotto gewinnt ja auch immer einer. Ich allerdings zahle meist – wie die meisten. Bei den AKWs wird das aber sicher (denn Atomkraft ist sicher! In Deutschland!), also ganz sicher, wird das da anders sein. Da bin ich mir jetzt mal ganz sicher. Irgendwann – da kriegen wir Zahler den Jackpot. Da wird richtig ausgezahlt. Das nennt sich dann nur etwas anders. Fallout oder so. Aber das ist sicher!