Das Ende der Zeit…

Lebenswege

Zeit. Es wird ja viel spekuliert über die Zeit und wie man sie empfindet, beschleunigt, verlangsamt oder wahrnimmt, etc. Aber  das Ende der eigenen Zeit ist wohl erreicht, wenn man das Lebensende erreicht hat. Selbst Menschen, die an eine Auferstehung glauben, an ein „ewiges“ Leben, heben mit dieser Aussage ja die Gültigkeit der Zeitrechnung auf.  Was aber ist das Ende der Zeit für uns? Rein physikalisch betrachtet ja wohl der Anfang von etwas Neuem. Der Körper wird weiter im Kreislauf des Lebens verwendet. Er zerfällt und dient neuem Leben als Grundlage. Beim Geist aber haben wir die Möglichkeit, die Zeit über den Tod hinaus weiterlaufen zu lassen. Ideen, Anstöße, Werke, die man begonnen oder initiiert hat, „überleben“ uns vielleicht. Auch Taten bleiben oft im Gedächtnis anderer Menschen über unseren Tod hinaus und erreichen damit eine längere Lauf-Zeit als unsere eigene Lebenszeit. Erst wenn alle Erinnerungen verlöschen, unsere Ideen und Gedanken verschwimmen oder untergehen, dann ist die Zeit für uns abgelaufen. Gut, dass wir nicht wissen, wann das sein wird. Gut, dass wir die Chance haben, die Zeit zu verlängern. Einfach was tun…

…Weinen

Was bleibt einem zu tun? Was macht einen Sinn?
Spenden kann man
Mitfühlen kann man
Nachdenken kann man
Vordenken kann man
Umdenken kann man
Drandenken kann man
Trauern kann man
und Weinen …

Menschen in Tokio

Was hilft?

Angesichts gewaltiger Naturkatastrophen, wie sie in den letzen Wochen, Monaten und Jahren geschehen, frage ich mich oft, was man als Einzelner tun kann? Wie kann ich helfen, welche Schlüsse soll ich ziehen, was steht mir, als Mensch für eine Handlung an, was verlangt meine Gesinnung von mir? Fragen, welche nicht leicht zu beantworten sind. Wenn man völlig verblasst angesichts der schieren Größe der Not, der Trauer, der Zerstörung, des Leids. Aber mir kommt da manchmal eine Geschichte in den Sinn, die mir hilft, mich aufzuraffen:

An einem großen Strand sind eines Morgens, nach einer Sturmflut, hunderttausende von Seesternen angeschwemmt worden, welche nun – unfähig selbst zurück ins Meer zu kommen – dem Tod geweiht sind. Ein alter Mann blickt von den Klippen auf den Strand hinab und beobachtet einen kleinen Jungen, der alleine und unter Aufbietung aller seiner Kräfte verzweifelt  in diesem Chaos einen Seestern nach dem anderen aufhebt und sie ins Meer zurück trägt. Der Mann ist berührt von der Bemühung des Jungen und geht zum Strand hinab um ihn zu trösten. „Das ist gut gemeint, mein Junge,“ sagt der Alte. „Doch es nützt ja nichts!“. Der Junge jedoch blickt dem Mann in die Augen und sagt, während er einen weiteren Seestern zurück ins Wasser setzt: „Allen nützt es natürlich nichts, aber diesem hier, diesem nützt es!“

Was Vati kann…

Was Vatikan, das kann auch Mutti – nämlich einfach nichts tun, still sein, still halten, nicht mal „kein Kommentar“, sondern einfach nichts. Nicht, dass es keine Themen gäbe, zu denen man sich diese Stille wünschen würde, aber in Nordafrika passiert im Moment das, was Frau Merkel mal mit den Ereignissen in unserem Osten verglichen hat. Dabei hatte sie am 22.Februar noch lauthals „…Libyen bei weiterer Gewalt gegen die eigene Bevölkerung mit Sanktionen gedroht…. Sonst werde Deutschland sich dafür einsetzen, dass die internationale Gemeinschaft alle Möglichkeiten nutzt, Druck auszuüben – einschließlich Sanktionen…“ . Tja – blöd – jetzt hört der Typ nicht auf, seine Bürger zu dezimieren. Und die vereinten Streitkräfte sitzen auf Ihren Flugzeugträgern mit Opernglas und  Popcorn sozusagen in der ersten Reihe. Da – Frau Merkel – da sollte  man doch zu seinem Wort stehen und zumindest mal Druck auf die UNO machen, das hier was weiter geht. Sie müssen ja nicht selber hin (das wäre aber sicherlich ein einschlagender Erfolg im wahrsten Sinne :o). Im ersten Schritt könnte man ja  mal ein Waffenembargo umsetzen und nicht nur androhen. Vielleicht fällt den Regierungsmitgliedern in Berlin, die sich heute (Aschermittwoch) nicht beim „größten Stammtisch“ der Welt lächerlich machen (mein Gott, muss man sich da schämen), noch die eine oder andere kreative Lösung für dieses Problem ein (Jaaa – ich weiß – eine echte Schnapsidee. Entschuldigung. Man wird ja noch träumen dürfen) .

Und Vati? Das Schweigen im Walde ist ein Orkan dagegen. Gut – er hat ja am 1. Januar 2011 schon was zum Frieden gesagt und dabei auch deutlich gemacht, das die Regierungen tätig werden sollen, wenn es um die Glaubensfreiheit der Christen im nahen Osten geht. In Libyen gibt es aber kaum Christen. Liegt es daran? Oder hofft Vati auf neue, bald ziemlich leere Missionsgebiete im Süden zur Errichtung einer Enklave auf afrikanischem Gebiet (z.B. für seine ungeliebten  Brüder. Nein nicht die! Die Anderen – ja, die Piusbrüder). Oder ist wieder ein neues Buch in Arbeit? Das letzte Stück über „Kondome für schwule Pfarrer auf dem Strich“ oder so ähnlich, war ja ein echter Hingucker. Und  man muss verstehen, das der Vatikan eher für ewige Zeiträume zuständig ist und auch beinahe genau solange benötigt, um zu einem Statement zu kommen. Ob eine Ansprache vom Balkon was nützen würde, ist ja auch nicht bewiesen. Es kann ja auch nicht jeder Genscher heißen und vom Balkon aus das Ende der Reisebeschränkungen und damit die Freiheit ausrufen (da wären die Balkone aber voll). Also: warum Ressourcen verschwenden. Auch geht mit Beginn der Fastenzeit ja der große Verzicht einher. Wie von der Kirche stets betont wird, ein Verzicht, der wehtun soll. Da fallen klare Entscheidungen und Meinungsäußerungen schon schwer. Also liebe Geistliche: Jetzt gilt es.  40 Tage ohne …   Zumindest ohne Kommentar. Über den Rest schweige jetzt mal ich…

Papa ante portas

Papa ante portas…

(ein etwas älterer Beitrag zum Papstbesuch von Papst Benedikt XVI in Deutschland im Jahre 2005 )

Da bekommt es nun schon fast mit der Angst zu tun. Der Papst kommt. Was wird er sagen? Ist ab Morgen der Weg in die Hölle wieder geöffnet für alle, die in der Fastenzeit Fleisch essen? Ist die Erde vielleicht doch eine Scheibe und wann werden die ersten Hexen verbrannt (diesmal aber mit Katalysator, wegen der Klimaerwärmung)? In vielen Fällen rudert der Stellvertreter Gottes das Kirchenschiff ja in völliger Unfehlbarkeit zurück. Weg mit den Kondomen (die verschlimmern das Aidsproblem nur)! Weg mit Frauen an entscheidenden Positionen in der Kirche – na ja – sie dürfen ja Putzen und Kochen- das sollte genügen. Her mit stockkonservativen Verbindungen. Ein paar schwierige Fälle kann man ja unter den Teppich kehren (im Vatikan liegen gewaltige Teppiche!) oder einfach ignorieren. Die Ökumene ist genauso lästig wie alles was mit “Öko” anfängt – Ökonomie mal ausgenommen. Denn Geld macht glücklich. Deshalb schimpft man im Vatikan ein wenig mit den Aktienhändlern und Bankern – aber die Vatikan- und Kirchenbanken mischen gleichzeitig im ganz großen Stil mit. Insidertipp: Aktien von Rüstungsbetrieben sind derzeit sehr gewinnversprechend.

Gut, das in Bayern die Pfarrer, Bischöfe, etc. noch vom Steuerzahler bezahlt werden. Da haben die es dann bei der Umstellung auf ein neues Kirchenfürstentum (halt so wie damals) nicht schwer. Manchmal zahlt sich das Festhalten an alten Traditionen doch aus, nicht wahr?

Glauben – ein sehr umfassendes Thema

Glauben heißt: „Nichts wissen!“

Dieses alt, immer noch gültige Sprichwort könnte genauso als Überschrift über diesem Kapitel stehen, wie die philosophische Weisheit: „Ich weiß (nur), dass ich nichts weiß.“

Aus dieser Unwissenheit und dem Bewusstsein des Unvollkommenen heraus schreibe ich meine Sicht der Dinge.

Ohne den Anspruch des Wissenden, ohne den Anspruch des „Besseren“, denn sonst könnte ich ja gleich die Texte einer Kirche, einer Religion für mich einsetzen.