Solidaritaet

Solidarität ist kein Fremdwort – selbst in dem sonst so als „unterkühlt“ und „funktionsgesteuert“ bezeichnetem Deutschland.

Da stellen sich plötzlich tausende Studenten in den Dienst von völlig Unbekannten. Sie schaufeln, schuften und schaffen und generieren eine Studentenbewegung, welche selbst eingefleischten „ewig gestrigen“ die Tränen in die Augen treibt (einer von vielen Berichten darüber liest sich in der Süddeutschen so: Süddeutsche)

Da ruft eine Facebookgruppe des VFD (Vereinigung der Freizeitreiter & -fahrer Deutschland e.V.,  www.vfdnet.de) alle Pferdestallbesitzer auf, doch bitte dringend kostenlose Stellplätze für obdachlos gewordene Pferde der Flutopfer zur Verfügung zu stellen und es melden sich ad hoc (bis 6.6.2013) 800 (!!!) Plätze für 2 und mehr Pferde (hier zum Nachlesen in Facebook: www.facebook.com/groups/hochwassertiere/)

Und das sind nur zwei  Beispiele von vielen!!

Das finde ich so schön, das mir die „Wahl-Tourismusbesuche“ unserer Politiker nahezu „am Arsch“ (Entschuldigung, ab er das musste sein) vorbeigehen.

Ich würde mich jedenfalls bodenlos schämen, mich in einer BRK-Jacke ins Krisengebiet fliegen zu lassen (siehe Augsburger Zeitung), um dort halbseidene (quatsch: ganz seidene) Versprechen abzusondern, welche – laut Wahlberatung – ein paar Stimmen bringen könnten.

Sowohl Merkel als auch Seehofer und alle die anderen „Profi-teure“ hätten auf die Flüge verzichten sollen, dann wären schon mal ein paar 10.000 Euro in der Krisenkasse.

Lachen bis der Arzt kommt…

Rettungshubschrauber

Lachen bis der Arzt kommt

Eine oftmals missverstandene Floskel. Eigentlich eine gute Idee, aber auf dem Land kann man da ziemlich lange lachen. Hausarzt – kein Beruf mit Zukunft. Dank unseres mehrfach reformierten Gesundheitssystems liegt die Versorgung der Patienten und damit auch der Patient selbst danieder. Aber man sollte nicht zu früh urteilen, denn die Reformen haben genau das gebracht, was sie sollten. Milliardengewinne für unsere Chemiekonzerne. Im – wie immer wieder betont wird – ach so freien Wirtschaftsstandort Deutschland bestimmen einfach die Konzerne was z.B. Medikamente kosten. Und das kann durch aus schlicht 100% mehr sein, als im Nachbarland. Es wird geschmiert und betrogen, dass sich die Balken biegen (die biegen sich aber nicht vor Lachen!). Leider kann man da nichts tun (Aussage der Gesundheitsministerin, die bis heute noch nicht begriffen, hat, dass Sie nicht für die monetäre Gesundheit von Pharmariesen und Industrie zuständig ist – Zwischengruß an den Umweltminister, etc.). Kosten für die Gesundheitsvorsorge werden nicht erstattet, Kosten für Brillen, Hörgeräte, Zahnbehandlungen werden auf einen kaum mehr messbaren Basisteil reduziert, Zeit – der wichtigste Faktor bei der Behandlung von Menschen – wird einfach wegrationalisiert. Tür und Tor für esoterische „Behandlungen“ geöffnet, deren einziges wirksames Mittel die Zeit ist, die man dem Patienten widmet.

Na ja, aber Lachen ist doch gesund! Ein Argument, demzufolge der Arzt gleich zu Hause bleiben kann und lieber am Telefon noch einen Witz erzählt (hier ein Exemplar für leichte Krankheiten):

***  Zwei Kerzen stehen auf dem Tisch. Fragt die eine: „Ist eigentlich ein Windzug gefährlich?“ Sagt die andere: „Davon kannst Du ausgehen!“

Der See ist gerettet

geplante Einfahrt für Scuba-TraktorenWie es in den neuesten Verlautbarungen des bayerischen Ministeriums für Seekultur heißt, wurde auf Betreiben des bayerischen Ministrantenpräsidenten Seekofer die aktuelle Diskussion um die Wasserqualität des Waginger Sees neu entfacht. In Zusammenarbeit mit dem Institut für „Seen und Geseenwerden“ in Seeshaupt (oder Seekirchen?) wurde eine neue Konzeption entwickelt, in der es gelungen ist, die Interessen der Seeanlieger, der Landwirte und der Industrie übereinstimmend positiv zu vereinigen. Nicht nur wurde hier der große Wurf für die Lösung der anstehenden Seewasserqualitäts-Probleme gefunden. Nein, auch ein neuer Weg! Ein Weg mit ökologischer Basis zur Erweiterung der landwirtschaftlichen Nutzflächen wurde hier beschritten.
Realität ist derzeit, dass die erhöhten Einträge der Nährstoffe in das Oberflächenwasser und damit in den See zu vermehrtem Wachstum der Pflanzenwelt im See führen. Hierdurch kam und kommt es zur verstärkten Bildung von Algen und Pflanzen, welche die Qualität des Wassers mindern. Ab 2015 würde der See – aufgrund der europäischen Seenverordnung – als Badegewässer deshalb nicht mehr in Frage kommen.
Für den See gibt es derzeit – laut bayerischer Gemeindeverwaltung – keine andere Verwendung und eine generelle Entsorgung des Wassers und eine Umwidmung in Verkehrsflächen würde derzeit das Budget sprengen. Selbst Landkreis Lieblings-Minister MdB Ramsbauer konnte vor der nächsten Wahlperiode keinen Bedarf für einen Autohof oder dergleichen seen.
Gleichzeitig sucht die bayerische Landwirtschaft dringend – im wahrsten Sinn des Wortes – Beschäftigungsfelder, da der Anbau von Mais keine ausreichende Beschäftigung mehr bietet. Die bayerische Landwirtschafts-Berufsgenossenschaft BLBG warnt deshalb schon seit Jahren vor psychologischen Spätfolgen und seelischer Verarmung ihrer Mitglieder.
Die Lösung all dieser Probleme steht nun kurz bevor. Schon Ende 2012 sollen im Waginger See die ersten Exemplare der „Stellers“ Seekuh angesiedelt werden. Diese Seekuhart war kurz nach Ihrer Entdeckung, zur Jahrhundertwende, ausgestorben und bevölkerte früher die polaren Gewässer des Beringmeeres. Das „Seen und Geseenwerden Institut“ züchtete nun die ersten Nachkommen aus genetischen Funden wieder nach und stellt die Jungkühe nun kostenlos zur Verfügung. Seekühe ernähren sich vorwiegend pflanzlich, ihre Nahrung besteht aus Algen und anderen Wasserpflanzen. Sie brauchen etwa 90 Kilogramm pflanzliche Nahrung an einem Tag und sind im Schnitt täglich sechs bis acht Stunden mit Fressen beschäftigt.
Nach ersten Verlautbarungen sollen Landwirte, welche sich für das Projekt interessieren (hierzu bitte, wie gewohnt, die Anträge beim BLBG anfordern, in dreifacher Ausfertigung nach Brüssel schicken und entsprechend die begleitenden Kurse zur fachgerechten Ausfüllung der Formulare buchen und belegen), mit Fördergeldern der EU, welche aus dem Budget der Mutterschutzprogramme für Emigranten in den Gebieten der ehemaligen Ostzone abgezogen werden, gefördert werden.
Gedacht ist an eine umfassende Beweidung des Seegrunds durch die Seekühe. Weide-Parzellen im See werden nach Planquadraten vom Minister für Seekultur vergeben und den Landwirten zugeteilt. Das Ziehen der Zäune unter Wasser übernimmt die neu gegründete Abteilung des Maschinenrings (Aquanautic), welche sich hierzu bereits die mit Spezialtarifen im Steuerrecht ausgestatteten Scuba-Traktoren angeschafft hat (Tauchtiefe 45 Meter, 650 PS, Klima, Radio, Bordcomputer,…).
Auch die letzten kleinen Probleme sollen schon bald gelöst sein:
– So konnte bisher noch kein Schlachter gefunden werden, der die Kühe im Taucheranzug in seinen Bootsanhänger treiben kann
– die heimischen Landwirte (bald „Seewirte“) wollen sich nicht von Ihren gewohnten elektrifizierten Stacheldrähten trennen, auch wenn dies – leitungsmassig – zu Problemen mit den Badegästen führen könnte. Originalton „Des hamma aber oiwei scho so gmacht“
2013 schon werden – so die Pressestelle des Ministeriums für Seekultur – an die 250 Seekühe den Waginger See beweiden und so – neben der Vernichtung überschüssigen Pflanzenwachstums – für bestes Fleisch sorgen. Die Seewirte werden ihr Einkommen haben und die Tourismusindustrie jubelt bereits. „Cow-Watching am Waginger See“ wird der Renner unter den Attraktionen sein. Hier feilt man schon an Konzepten wie z.B. der, vom Burschenverband in Trachtenanzügen geruderten Aussichts-Galeere mit Catering (Schuhbecks feine See-Burger – aus Seekuhfleisch natürlich). Eine Win-Win-Win Situation für (fast) alle.

Dank unserer Volkspartei – Dank der SeeSU

Jeder das, was er verdient

Wulff sollte Bundespräsident bleiben. Nicht, weil er meiner Meinung nach einen so guten Job macht oder es keinen besseren gäbe. Nicht, weil ich ein Anhänger der Ein-Parteienlandschaft bin, wo Regierungspartei – Kanzler(in) – Bundespräsident – oberster Gerichtshof – relevante Stellen in der EU – relevante Stellen in allen Schaltstellen – etc. derselben Partei angehören sollen. Nicht, weil ich die Pressefreiheit abschaffen möchte.
Sondern, weil hier der Springerverlag mit seinen Medien, der „Bild“, „Die Welt“, „B.Z.“, „Berliner Morgenpost“ und „Hamburger Abendblatt“ etc. versucht, ein Exempel zu statuieren. So, wie sie sich selbstgerecht (und manchmal leider zu recht) als Kanzler-Macher verstehen, so möchten sie sich jetzt auch als letzte Instanz sehen, wenn es um Hop oder Top von Politikern geht – egal an welcher Stelle des Imperiums. Das sollte so nicht durchgehen.
Aber – und der Grund ist mir eigentlich noch wichtiger: Jeder bekommt, was er verdient.
Wir alle wählen – mehr oder weniger – unablässig und immer wieder Politiker aller Farben, obwohl wir wissen, dass sie von Lobbyisten regelrecht erlegt werden, obwohl wir wissen, das Geld und Macht Einfluss nehmen, wo immer es nur geht. Obwohl wir wissen, dass Deutschland in allen Bereichen nur noch minimal wirklich vom „Volkes Willen“ regiert wird. Obwohl wir wissen, dass die Politiker in extrem vielen Fällen für das „Geld“ entscheiden und nicht für das Wohl des Volkes, ja manchmal sogar bewusst und regelrecht gegen die Interessen des Volkes. Wer wäre da ein besserer Bundespräsident, als einer, der alle diese Spielarten des – ich nenne es mal – „legalen Betruges“ kennt und nutzt? Muss nicht vornedran jemand stehen, der das System bis in die letzte Ecke kennt? Wer sollte es denn sonst sein? Ein / Eine Unbescholtener / Unbescholtene ? Wer kann das sein? Und wie lange würde er / sie das aus- oder durchhalten? Jeder hat das, was er verdient…

Un Wort

Das Unwort des Jahres ist nun doch wieder ein Wort. Vermutlich leidet die Jury an demselben Problem, wie viele Gärtner. Auch diese schaffen es einfach nicht, das Unkraut aus dem Kreis der Kräuter auszuschließen. Andere sind da nun doch schon etwas weiter. Unbemannt ist tatsächlich ohne Mann, unbegabt ist ohne Begabung, unschön ist ohne Schön und unangenehm eben ohne angenehm. Aber es bleiben viele Fragen. Ist die UNkonvention dann ohne Konventionen und bedeutet unverfroren etwa warm?
Spaß beiseite: Unwort soll für Unerwünschtes Wort stehen. Das Wort „Döner-Morde“ hat diese Auszeichnung 2011 „gewonnen“ und man versteht auch sofort warum: es ist einfach unerwünscht, verharmlost und diffamiert. Was mir nicht so einfach verständlich wird: Über ein unpassendes Wort wird ziemlich viel geredet, aber die Hintergründe der Verstrickungen von Politik, Polizei und Geheimdienste werden nicht so offensiv diskutiert. Und das ist mir irgendwie unheimlich obwohl das alles heimlich ist!

Wort zum Sonntag – und nicht nur

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung sagte Herr Sonnleitner, Präsident des deutschen Bauernverbandes: „Ich bin ein Christenmensch, für uns sind Tiere Geschöpfe Gottes. Ich habe dafür gekämpft, dass der Tierschutz Verfassungsrang bekommen hat.“ Auch Herr Sonnleitner hat gesagt (ich kann es nicht wörtlich wiedergeben, aber sinngemäß war das so): Hühner sind gesellige Wesen und lieben die Gesellschaft!

Das ist so sicher richtig, aber der Zusammenhang war die Frage nach seiner Einstellung zur Hühnerhaltung gemäß den gesetzlichen Vorgaben.  Hierbei gilt: Auf einem Quadratmeter Stallboden (100 x 100 cm!) erlaubt der Gesetzgeber die Produktion von 42 Kilogramm Fleisch – was etwa 22 bis 23 (!!) Tieren entspricht. Da muss man aber schon sehr „gesellig“ sein, Herr Sonnleitner.

Immer noch behaupten die Industriebauern, sie müssten so „produzieren“ um die Nachfrage in Deutschland zu decken. Tatsache ist, das, nach Aussage des „Kritischen Agrarberichtes 2012“, die deutschen Bauern auf dem Weg zu einer gewaltigen Überproduktion von Geflügelfleisch sind. Bundesweit seien Ställe für bis zu 36 Millionen Hähnchen geplant, schätzt der „Kritische Agrarbericht 2012“. Allein im Landkreis Emsland lägen Anträge für 11 Millionen Mastplätze vor. Um die bundesweite Nachfrage zu stillen, seien jedoch 3,2 Millionen neue Plätze ausreichend. Schon jetzt exportieren wir Hühnchen und Teile davon nach Afrika und entziehen mit unseren konkurrenzlos „günstigen“ Preisen dort den Kleinbauern die Ernährungsgrundlage.

Massentierhaltung zieht – neben dem absolut menschenunwürdigen Verhalten gegen über den Tieren – auch riesige Problem nach sich. Aktuell: Der flächendeckende Einsatz von Antibiotika – laut einer Studie der nordrhein-westfälischen Landesregierung werden bis zu 96 Prozent der Masthähnchen damit behandelt – ist nur eines davon. Aber auch hierzu hat Herr Sonnleitner eine Sonntagsrede in der Schublade: Es sei eine ethische Notwendigkeit (hier hat er also die Ethik entdeckt!),  Tiere, die krank seien, müssten therapiert werden, sagte Sonnleitner. „Alles andere wäre Tierquälerei.“ Und – so warnte Bauernpräsident Gerd Sonnleitner : „Die Hälfte der Antibiotika, die bei Tieren eingesetzt werden, gehen in die Haustiere – Hund, Katze, Hamster…“.

Danke Herr Sonnleitner, wenn ich das nächste Mal meinen Hamster verspeise, werde ich daran denken…

Und hier zum Abschluss noch ein kleiner Filmbeitrag zum Thema.

Guten Appetit.

Betthupferl

Der Mond ist aufgegangen....

Es gibt ja immer wieder im Leben solche Momente, in denen man Erlebnisse seiner Kindheit wieder findet. Dazu tragen oftmals Gewohnheiten, Riten und Traditionen  bei. Diese zeichnen sich durch Langlebigkeit aus. Zumindest um so lange zu überdauern, bis man selbst den Schritt  von der Kindheit oder Jugend zum Erwachsensein getan hat und diese Gewohnheiten, Riten und/oder Traditionen seinerseits weiterleben lässt. Ob das der Opa ist, der mit eingeschäumten Gesicht zur Rasur schreitet (obwohl man selbst nicht einmal weiß, was da eigentlich und warum rasiert wird), der Geruch von frisch gebrühtem Kaffee, welcher sich durch das Haus zieht und den Beginn des Tages ankündigt (obwohl man am Kaffee selbst noch gar keinen Geschmack gefunden hat) oder auch das Betthupferl. Diese täglichen Geschichten, welche entweder von den Eltern, Grosseltern oder anderen nahestehenden Verwandten am Bett erzählt werden, um die Kinder in den Schlaf zu geleiten. Oder auch die Betthupferl, welche schon seit 1953 in Bayern die Kinder per Radio zu Bett geleiten. Ich finde ja das Wort „Betthupferl“ schon so schön. In manchen Gegenden bezeichnet es eine kleine Süßigkeit, welche das verpönte Zubettgehen etwas versüßen und der pädagogischen Notwendigkeit auch eine positive Note verleihen soll.  Es wird aber auch als Synonym für eine „Gute Nacht Geschichte“ – ähnlich wie das legendäre „Sandmännchen“ des Ostens benutzt und diese wunderbaren Geschichten haben in einigen Familien die selbst erzählte“Gute Nacht Geschichte“ ersetzt. Sie vermitteln – alleine schon durch den Namen – ein Gefühl der Geborgenheit. Ich nenne es mal „Gemütlichkeit“ und setze es gleich mit einem kuscheligen Bett, der Erwartung einer entspannenden Nacht und der Sicherheit eines schützenden Daches im weitesten Sinne. Natürlich hat sich die Sendung im Laufe der Zeit gewandelt, wenn jedoch die Stimme des Sprechers oder der Sprecherin anhebt und es aus dem Lautsprecher tönt „Liebe Kinder! Jetzt kommt Euer Betthupferl…“ dann wendet sich mein Geist der Entspannung zu. Das und anderes würde ich meinen Kindern gerne erhalten – wie auch viele andere Traditionen, Riten und Gewohnheiten. Wenn es also kurz vor 20 Uhr ist, hören Sie ruhig mal rein… und pflegen Sie Ihre Riten, Gewohnheiten und Traditionen.

Respekt

Sonne in Afrika

Da sitzen die Spitzen unserer Politik zusammen und debattieren, wie Sie Banken und Anleger stützen, Fonds und Länder retten und verblasen Milliarden Euro in sinnlosen Projekten, die schlussendlich alle nur die Umverteilung der Mittel von unten nach oben bewirken. Aber keiner dieser Staatslenker samt Ihren Stäben schafft es, vorausschauend tätig zu werden, Hungersnöte im Keim zu erstocken, richtige Weichen zu stellen für das Überleben der Ärmsten in dieser Welt. Keine Statistik, kein Rettungsschirm, keine Schuldenoffensive, keine Fahrzeuge, Hubschrauber oder Schiffe stehen sofort zur Verfügung um Menschenleben zu retten. Natürlich ist mir das Regularium bekannt und ich weiß, das „man“ sich nicht engagiert, wenn nichts zu holen ist. Aber es bringt mich in unheimliche Wut, diese Scheinheiligkeit untätig mit ansehen zu müssen.

Und dann –  innerhalb von 24 Stunden – schaffen es Privatleute, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Rentner, Arbeitslose, Angestellte, Firmen und Alleinverdiener, Hausfrauen und Geschäftsmänner in Bayern, also alle, die man so lapidar als „das Volk“ bezeichnet, für Ostafrika über 3.000.000 Euro (7 Tage später sind es nun schon über 10.000.000 Euro !!) zu sammeln um mit Sternstunden e.V. und dem bayerischen Rundfunk in Afrika die Not zu lindern. Die Not, welche so dringend ist, wie kein anderes Thema, weil sie hunderttausenden das Leben kosten wird, wenn wir nichts tun. Dieses Engagement der Menschen gibt mir Hoffnung und neuen Schwung. Dieses gemeinsame Handeln, Teilen und Mitfühlen nötigt mir größten Respekt ab. Ich freue mich sehr darüber und sehe, das  man doch was bewegen kann. Es gäbe noch viel zu sagen, aber ich möchte es dabei beilassen.

Schildbuerger

Seit Jahren sind unsere Politiker auf allen Ebenen bemüht, uns Verkehrsteilnehmer das Leben zu verschönern. An allen möglichen und unmöglichen Stellen werden Hinweistafeln, Schilder und Informationen aufgebaut, um uns die Fahrt auf Deutschlands Strassen etwas kurzweiliger zu gestalten. Da das Fahren an sich ja nicht mehr besonders lustig ist und auch eine Überlandfahrt aufgrund der zunehmenden Monotonisierung der Landschaft (es lebe der Mais) und Gleichförmigkeit der Städte und Dörfer (ALBI und H&N sehen eben überall gleich aus) mehr als öde ist, gibt es jetzt Unterhaltung am Straßenrand. Nachdem bereits an jeder Strasse alle 500 Meter ein neues Schild aufgestellt wurde (nennt sich Stationstafel und ist eine Frucht der ernsthaften Bemühungen zur Lichtung des Schilderwaldes), weiß jetzt jeder genau wo er gerade ist (sofern man mit den Bezeichnungen der Strassen ersten, zweiten und dritten Grades vertraut ist). Schade nur, dass diese Bemühungen etwas lange gedauert haben, denn Strassenmeistereien und viele Autofahrer haben inzwischen Navigationsgeräte und niemand benötigt ernsthaft diese Schildchen, die mit deutscher Gründlichkeit konsequent überall einbetoniert wurden (bei uns auch direkt neben der Kirche – waren eben 500 Meter!). Herr Ramsauer – seines Zeichens Verkehrsminister – hat eben mal in Bayern die schönen, bunten Autobahnwarnschilder aufbauen lassen, welche seine Kollegen in Österreich gerade wieder – wegen Erfolglosigkeit –  in Frage stellen. Aber natürlich, wer hört schon auf Österreicher, wenn es nicht gerade Mozart ist. Schilder sind aber dennoch weiterhin nötig, um das Volk bei Laune zu halten. Richtig ins Zeug legt man sich in Städten, wo man wirklich jeden Platz nutzt um für Abwechslung zu sorgen. Hinweise überall! Aber auch die neuen Rätselspiele kommen unheimlich gut an, wie hier geblogt oder diese Endlosschleife. Da bleibt am Schluss nur der Tipp: Geniesse es oder nimm es mit Humor.