Bei Dilettanten handelt es sich nicht um Verwandte

G8

Das es sich bei Dilettanten – im Grundsatz – nicht um Verwandte handeln muss (wie zum Beispiel bei der herkömmlichen „Tante“), wird schnell klar, wenn man sich erkundigt, was das Wort bedeutet. Wikipedia schreibt: „…Ein Dilettant ist ein Nicht-FachmannAmateur oder Laie…“. Das kann nun auch ein Verwandter sein, aber  wie gesagt – das ist keine zwingende Bedingung. Will man Dilettanten in freier Wildbahn sehen und beid er Ausübung ihres Schaffens, schaut man sich das bayerische Schulwesen an (Nur als Beispiel! Man könnte ebenso gut bei der Bundeswehrreform zuschauen, bei der Planung und Durchführung des BundesFreiwilligenDienstes, beim Planen unserer Strassen und Verkehrswege oder beim Atom-Aus-Ein-Aus-Ein-Ausstieg oder so…). Beim Betrachten des Geschehens fällt auf, dass Frau Hohlmeier (damals noch bayerische Bildungsministerin – das war ja sowieso ein Knaller) sich bei ihren Tätigkeiten genau an die obige Beschreibung gehalten hat (und wohl noch hält). Mehr „Nicht-Fachmann“ ging praktisch nicht und so wurde die Einführung des G8 Gymnasiums (Kurzbeschreibung: statt in 9 Jahren lernst Du einfach alles in 8 Jahren. Damit ist dann der Lehrermangel behoben, der Staat spart sich ein wenig Geld und die Jugend kann jobben um sich das Geld für die Studiengebühr zu verdienen…) ein Desaster. Vorläufig letzter Akt in diesem Trauerspiel: Herr Spänle (der ist jetzt bayerischer Bildungsminister. Mir kommen die Tränen – es geht tatsächlich immer noch besser, wenn man das unter dem Aspekt des gelebten Dilettantismus sieht!) justiert die Abiturnoten der G8 Schüler nach, um ein besseres Schnitt-Ergebnis zu erzielen und brüstet sich dann mit einer  erfolgreichen Einführung des neuen Gymnasiums. Toll – so kann ich das auch. Aber ich will mich ja nicht um ein Verwandtschaftsverhältnis bemühen 😉

Eine Sache noch. Wikipedia schreibt zum Dilettanten noch: „…Der Dilettant übt eine Sache um ihrer selbst willen aus, also aus privatem Interesse oder zum Vergnügen..“ . Das macht mich stutzig. Vielleicht ist Herr Spänle dann doch kein Dilettant sondern eher ein Ignorant? Was aber passt, ist dann das Schlusswort der Erklärung zum Dilettanten: „…In der heutigen Umgangssprache wird der Begriff meist negativ wertend verwendet, wenn eine Tätigkeit unfachmännisch, unsachgemäß, fehlerhaft, stümperhaft, oberflächlich, somit dilettantisch ausgeführt wurde…“. Perfektion bis ins Detail.